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Kaum Freizeit neben Uni und Job

Erstellt 31.07.07, 20:00h

Bis Mittags schlafen, dann im Hörsaal herumlümmeln und abends auf die Wohnheimparty: Dieses Klischee vom studentischen Lotterleben ist eine Legende. Rund 60 Prozent der Studenten müssen nebenher arbeiten.

Hörsaal
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Nach der Vorlesung heißt es für viele arbeiten.
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Nach der Vorlesung heißt es für viele arbeiten.
Bis Mittags schlafen, dann im Hörsaal herumlümmeln und abends auf die Wohnheimparty: Dieses Klischee vom studentischen Lotterleben ist eine Legende. Rund 60 Prozent der Studenten müssen nebenher arbeiten. Das geht aus der aktuellen „Sozialerhebung“ des Deutschen Studentenwerks (DSW) in Berlin hervor. Gerade für Bachelor-Studenten kann das zum organisatorischen Kraftakt werden.

Mit der Einführung von Bachelor (BA) und Master (MA) werde durch die Doppelbelastung aus Studium und Nebenjob die Freizeit noch knapper, sagt Stefan Grob vom DSW. „Wir beobachten diese Entwicklung mit großer Besorgnis.“ Immer häufiger wenden sich Studierende an die psychologische Beratung des DSW, die unter dem Burnout-Syndrom leiden - früher typisch für überarbeitete Manager.

Der Durchschnittsstudent wandte im Vorjahr laut der DSW-Studie zwar erträgliche 41 Stunden pro Woche für Studium und Job auf, davon rund sieben Stunden für die Nebentätigkeit. Viele arbeiten aber deutlich länger. Fast ein Drittel aller Studenten jobbt sogar über 16 Stunden pro Woche und ist damit de facto teilzeitbeschäftigt.

Camilla Wolf hat vier Nebenjobs: Die 27-jährige Studentin aus Augsburg arbeitet in einer Bar, einer Videothek und bei einem Kulturfestival. Und ab und zu betreut sie die Tochter einer Bekannten. Freizeit bleibt da kaum.

Einen Job zu kündigen, kann sich Camilla Wolf nicht leisten. Sie braucht das Geld, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten - genau wie 57 Prozent aller erwerbstätigen Studenten. Die Unterhaltszahlungen, die 90 Prozent der Studenten von ihren Eltern erhalten, reichen vor allem in teuren Großstädten nicht aus. BAföG beziehen nur 29 Prozent. Durch die Einführung von Studiengebühren dürfte der Finanzbedarf noch steigen.

Wie aber klappt der Spagat zwischen Studieren und Arbeiten? Benjamin Gildemeister vom Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA) der Uni Hamburg rät zu Jobs mit flexiblen Arbeitszeiten. Ideal seien zum Beispiel die oft gut bezahlten Promotion-Jobs, das abendliche Arbeiten in der Gastronomie oder Tätigkeiten an der Uni, die gut in den Studienalltag integriert werden könnten. Jedoch kollidiert die Flexibilität, zu der Gildemeister rät, mit den meist straffen Stundenplänen der verschulten BA-Studiengänge. „Unsere Berater beobachten, dass BA-Studenten nicht selten zwischen 50 und 60 Stunden pro Woche an der Uni verbringen“, sagt Grob. Sie jobben aber nicht weniger. Studierende der Fachhochschulen (FH) arbeiten sogar noch deutlich mehr - obwohl die Umstellung auf BA und MA dort schon fast abgeschlossen ist.

Da muss in anderen Bereichen zurückgesteckt werden. „Jede Stunde, die Studierende erwerbstätig sind, vermindert sowohl ihren Studienaufwand als auch ihre Freizeit um jeweils etwa 30 Minuten“, heißt es in der DSW-Studie. Im Klartext: Wer Studium und Nebenjob unter einen Hut bringen will, muss öfter auf gemeinsame Abende mit Freunden oder dem Partner oder auch auf Hobbys verzichten - auch wenn's schwer fällt. (tmn)

 www.studentenwerke.de



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