Von LEONIE SEIFERT und MARCUS BIERLEIN, 30.08.07, 22:22h
Seit Montag sind insgesamt zehn Fälle von vergifteten Hunden in Rheinbach bekannt geworden. Acht Herrchen haben Anzeige erstattet. Bei den Ermittlungen haben die Polizei und das Rheinbacher Ordnungsamt verdächtige Fleischstücke sichergestellt, die nun im rechtsmedizinischen Institut der Kölner Universität untersucht werden. Im März, als schon einmal mehrere Hunde in Rheinbach vergiftet worden waren, hatte der Täter, der nicht ermittelt werden konnte, ein Pestizid aus dem Handel in Fleischbällchen versteckt.
Der Rheinbacher Tierarzt Kurt Richert vermutet, dass auch die neuen Giftköder ein pflanzliches Mittel enthalten, das bei den Hunden nach zehn bis 20 Minuten Krämpfe auslöst. Abhängig sei die Wirkung von der Höhe der Dosis und dem Gewicht der Hunde. „Es handelt sich um ein Kontaktgift. Das ist auch für Kinder gefährlich, wenn sie es nur anfassen“, sagt Richert. Mit starken Krämpfen, Zittern, Reizung der Schleimhäute, Durchfall und Erbrechen waren am Montagabend vier Hunde in seine Praxis gebracht worden, am Dienstagmorgen dann nochmals zwei. Seitdem habe es keine neuen Fälle gegeben, und auch der Zustand der Patienten habe sich gebessert: „Sie sind wieder über den Berg. Nur der Zustand eines Tieres ist noch kritisch“, sagt Richert. Das bedeute Pflege rund um die Uhr, um den Kreislauf wieder zu stabilisieren.
Auch Tierarzt Georg Kovermann hat in seiner Praxis in Rheinbach in den vergangenen Tagen vier Hunde behandelt. Ein 14-jähriger Hund sei gestorben: „Die Krämpfe von der Vergiftung haben ein Herzversagen bei den altersschwachen Tier ausgelöst“, so Kovermann. Er rät allen Hundebesitzern, ihre Vierbeiner anzuleinen oder woanders Gassi zu gehen. Die meisten Hundebesitzer in Rheinbach haben sich mittlerweile darauf eingestellt.
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