Von CHRISTIAN DEPPE, 14.09.07, 07:21h
Wie sieht morgen oder übermorgen das Lebensumfeld des Durchschnittsstädters aus? Rheinauhafen oder Chorweiler? Pjöngjang oder Ruhrgebiet? Oder gehen wir ohnehin kaum noch aus dem Haus, sondern bewegen uns stattdessen in einem virtuellen Köln? Auf diese und weitere Fragen versuchen die Ausstellungsmacher und -beteiligten wie Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner, Philosophen und Soziologen, Forscher und Künstler Antworten zu geben.
Einmal dienen viele Kölner Planungsprojekte als Beispiele für aktuelle Diskussionen, Phänomene und Entwicklungen. Die Türkisch-Islamische Union Ditib stellt die Planung ihrer viel debattierten Moschee vor; im Peoples Store, einem Treffpunkt der Skaterszene, sind die Entwürfe des ausgebremsten Skaterparks zu sehen. Der geplanten Rheinboulevard wird im so genannten Lufthansahochhaus präsentiert, Ideen von einem Pendant zwischen Bastei und Dom im Rheinpalais am Konrad-Adenauer-Ufer.
Da die Stadt kein Geld hat, den Grüngürtel zu pflegen, kann man ihn ja auch bebauen, meinen - nicht ganz ernst - die Professoren Jörg Rekittke und Andreas Fritzen. Ihre Studenten werden sich nicht nur bei einem Picknick im Grünen Gedanken darüber machen. Prof. Thomas Scheidler stellt angehenden Architekten dagegen die Aufgabe, ein Pilgerhotel in Nachbarschaft zur Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz zu entwerfen.
Die Metropole hat nicht nur schöne Seiten, wie die Ausstellung zum Kunstprojekt Das Leben in der Stadt unter prekären Bedingungen verdeutlicht. Zu sehen sind Fotografien, die Maryvonne Arnaud in Grenoble, Mailand und Warschau aufgenommen hat. Wie Armut in Köln aussieht, zeigt Karin Danne in ihren Bilden. Das oft auch nicht einfache Leben im Alter thematisiert das Projekt SenioreInnenparadies Mainzer Straße, das die Notwendigkeit einer altersgerechten Modernisierung des Gründerzeitbestandes in der Südstadt aufzeigen will.
Zur plan 07 gehören Führungen zu unwirtlichen Orten in der Domstadt ebenso wie durch das Gerling-Karree, das vor einer Umwandlung steht. Das Architekturforum wird aber auch Spuren im Stadtbild hinterlassen, etwa in Form der koelnerbox, eines Seecontainers, der sich auf dem Friesenplatz in einen Präsentations- und Diskussionsraum verwandelt, oder durch die Fortführung des klang raum garten, der schon im Vorjahr im Stadtgarten eingerichtet wurde.
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