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Container wird zum Büro

Von CHRISTOPH MATHIEU, 24.09.07, 07:18h

Wenn hinter dieser Verwirrung kein Plan steckt: Ein alter Mann sitzt im Rollstuhl, seine Beine sind deutlich geschwollen. Der Rollstuhl ist zu breit, um damit bequem durch den...

Wenn hinter dieser Verwirrung kein Plan steckt: Ein alter Mann sitzt im Rollstuhl, seine Beine sind deutlich geschwollen. Der Rollstuhl ist zu breit, um damit bequem durch den engen Flur fahren zu können, in dem der Mann sitzt. Der Mann hat das Gesicht einer jungen Afrikanerin, die fröhlich lacht. „Der alte Mann hat keinen Platz, um sich frei zu bewegen. Und auch die Migrantin hat ,keinen Platz. Das Foto macht auf die Probleme beider Menschen aufmerksam“, erklärt die Fotografin Karin Danne.

Sie hat dem alten Mann das Gesicht der Migrantin gegeben. Es ist auf einen Karton gedruckt, den sich der Mann über den Kopf gestülpt hat. Auf den anderen Bildern der Ausstellung „Planlos“ im Rahmen des Architekturforums „Plan 07“ sind ähnliche Szenarien zu sehen: Ein Tätowierter hat das Gesicht eines Zen-Buddhisten. Vor dem Dom steht ein Mädchen mit dem Gesicht einer türkischen Kopftuchträgerin. „Die Ausstellung von Frau Danne ist mein liebstes ,Plan 07-Projekt“, schwärmt GAG-Vorstand Günter Ott, die das Projekt finanziert. „Neben der Sozialkritik zeigen die Bilder, wie wichtig ein gesunder Lebensraum für jeden Menschen ist. Gebäude müssen Wärme ausstrahlen.“

40 Projekte umfasst „Plan 07“, die bis jetzt eher spärlich besucht wurden, obwohl einige Programmpunkte durchaus interessant sind. Etwa das - ebenfalls von der GAG unterstützte - Projekt „Kölnerbox“. Arbeitslose bauen ausrangierte Frachtcontainer in Nutzräume um. „So hat die GAG etwa ein Jugendcafé für Höhenberg in Auftrag gegeben, das aus einem Container entstehen soll“, erzählt Ott. Der Architekt Jan Hohlfeld ist einer der Projektleiter. „Die Container sind mobil und preisgünstig. Für weniger als 10 000 Euro machen wir ein 30 Quadratmeter großes Büro daraus“, erklärt er.

Hohlfeld sieht als Abnehmer junge kreative Firmen, die günstige Büroräume brauchen. Doch er betont: „Vor allem geht es darum, Arbeitslosen zu helfen. Die können bei uns sinnvolle und qualifizierte Arbeit leisten, statt dass sie für einen Euro die Stunde Plakate von Laternen kratzen.“

Die Kölnerbox kann bis zum 28. September von 14 bis 19 Uhr auf dem Friesenplatz besichtigt werden. Die Ausstellung „Planlos“ ist bis zum 28. September täglich von 13 bis 21 Uhr in der Großen Budengasse 10 geöffnet.

 www.plan-project.com



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