Von STEFAN RAHMANN, 23.09.07, 21:44h
„Ich habe mich spontan entschieden, der Einladung zu folgen, im Beirat der geplanten Moschee in Ehrenfeld mitzuarbeiten und Bekir Alboga vorgeschlagen, dort über die ,Satanischen Verse' von Salman Rushdie zu diskutieren“, berichtete Wallraff. Alboga, Dialogbeauftragter der Ditib, die Bauherrin der geplanten Moschee ist, habe geantwortet: „Warum nicht?“ Doch mittlerweile sei Alboga wegen dieser Idee in den eigenen Reihen unter Druck geraten. „Aber immerhin hat sich die Ditib in Köln schriftlich von der Fatwa - dem Bann - gegen Rushdie distanziert“, berichtete Wallraff, der gegenüber der Moschee in Ehrenfeld wohnt. Er hatte den iranischen Autor schon mehrfach vor den Häschern des islamischen Fundamentalismus in seiner Wohnung versteckt. Jetzt ist Wallraff wegen der Idee, Rushdies Texte zu diskutieren, selber ins Visier geraten: „Ich wurde auf einer Internetseite als Islamfeind Nummer 1 bezeichnet und stehe mal wieder unter Polizeischutz.“
Doch der beste Schutz für ihn sei, unterzutauchen und verdeckt zu ermitteln: „Ich werde meinen 65. Geburtstag am 1. Oktober unerkannt bei einer Recherche im Bereich Teilzeitarbeit mit Menschen verbringen, die mehrere Jobs haben, um ihre Familie durchzubringen.“ Denn ein Leitsatz treibt den Autor auch im Pensionärsalter weiterhin an: „Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie.“
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