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Wallraff als „Islamfeind Nr. 1“ genannt

Von STEFAN RAHMANN, 23.09.07, 21:44h

Er ist „Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“. Die verdeckte Arbeit ist das Markenzeichen des Schriftstellers Günter Wallraff. Jetzt ist Wallraff wegen der Idee, Rushdies Texte zu diskutieren, selber ins Visier geraten.

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Günther Wallraffs Kindheit und lange Under-Cover-Arbeit liefert den Stoff für seine Biographie.
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Günther Wallraffs Kindheit und lange Under-Cover-Arbeit liefert den Stoff für seine Biographie.
Er ist „Der Mann, der bei Bild Hans Esser war“. Die verdeckte Arbeit ist das Markenzeichen des Schriftstellers Günter Wallraff, der auch über seine Erfahrungen als Hilfsarbeiter „Ali“ beim Stahlkonzern Thyssen geschrieben hat, wo er unerkannt „gesundheitsgefährdende Drecksarbeit“ im wahrsten Sinne des Wortes erledigte. Ganz und gar öffentlich äußerte sich der Autor während des vierten Talk-Gottesdienstes in der Lutherkirche in der Kölner Südstadt, einer Reihe, in der das Gespräch von Schauspieler Peter Cöls mit einem Prominenten die Predigt ersetzt.

„Ich habe mich spontan entschieden, der Einladung zu folgen, im Beirat der geplanten Moschee in Ehrenfeld mitzuarbeiten und Bekir Alboga vorgeschlagen, dort über die ,Satanischen Verse' von Salman Rushdie zu diskutieren“, berichtete Wallraff. Alboga, Dialogbeauftragter der Ditib, die Bauherrin der geplanten Moschee ist, habe geantwortet: „Warum nicht?“ Doch mittlerweile sei Alboga wegen dieser Idee in den eigenen Reihen unter Druck geraten. „Aber immerhin hat sich die Ditib in Köln schriftlich von der Fatwa - dem Bann - gegen Rushdie distanziert“, berichtete Wallraff, der gegenüber der Moschee in Ehrenfeld wohnt. Er hatte den iranischen Autor schon mehrfach vor den Häschern des islamischen Fundamentalismus in seiner Wohnung versteckt. Jetzt ist Wallraff wegen der Idee, Rushdies Texte zu diskutieren, selber ins Visier geraten: „Ich wurde auf einer Internetseite als Islamfeind Nummer 1 bezeichnet und stehe mal wieder unter Polizeischutz.“

Doch der beste Schutz für ihn sei, unterzutauchen und verdeckt zu ermitteln: „Ich werde meinen 65. Geburtstag am 1. Oktober unerkannt bei einer Recherche im Bereich Teilzeitarbeit mit Menschen verbringen, die mehrere Jobs haben, um ihre Familie durchzubringen.“ Denn ein Leitsatz treibt den Autor auch im Pensionärsalter weiterhin an: „Öffentlichkeit ist der Sauerstoff der Demokratie.“



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