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Fernsehen nicht neu erfunden

Von TORSTEN SÜLZER, 25.10.07, 21:55h, aktualisiert 25.10.07, 21:57h

Harald Schmidt zusammen mit Oliver Pocher: Was würde das für eine Sendung werden mit dem Zyniker Schmidt und dem prolligen Pocher? Jetzt wissen wir's: eine unspektakuläre.

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Harald Schmidt (l.) und Oliver Pocher
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Harald Schmidt (l.) und Oliver Pocher
Harald Schmidt zusammen mit Oliver Pocher: Was würde das für eine Sendung werden mit dem Zyniker Schmidt und dem prolligen Pocher? Jetzt wissen wir's: eine unspektakuläre.

Die Stunde ist um, Harald Schmidt und Oliver Pocher verabschieden ihren Gast Günther Jauch und dann sich selbst. Moment mal - das soll's jetzt gewesen sein?

Vielleicht, nein, wahrscheinlich waren die Erwartungen einfach zu hoch an dieses ungewöhnliche Moderatoren-Duo, das doch eigentlich überhaupt nicht zusammen passt. Und jetzt stellt sich so einfach und ohne Knalleffekt heraus: Doch, das geht schon. Nicht in einer Form, die das neue Format in die Nähe des nächsten Grimme-Preises rücken würde. Aber zwei erfahrene Medienprofis, zumal so schlagfertige wie Schmidt und Pocher, kriegen 60 Minuten Sendezeit mit (manchmal auch ohne) Anstand rum.

Da sahen wir also die ersten acht Minuten den üblichen launigen „Stand-up“-Auftritt des 50-jährigen Routiniers, dem manche schon die Lust an diesen Monologen, die doch seine Stärke sind, abgesprochen hatten. Wir sahen zum Schluss ein extrem kurzes Gespräch mit Günther Jauch, der bekundete, zwei der drei neuen ARD-Sendungen würden ihm ganz gut gefallen. Dass er, der Sabine Christiansen selbst mal beerben wollte, damit Anne Wills Talkrunde nicht meinte, dürfen wir uns getrost dazudenken.

Dazwischen: Ein buntes, eher halbgares Allerlei. Schmidt freute sich, dass Porsche in Zukunft das Sagen bei VW hat, denn „brasilianische Nutten sind lange genug Passat gefahren“. Es gab - wie früher bei Schmidteinander - aufgezeichnete Filme mit Schmidt und Pocher als Darsteller. Der eine war furchtbar langatmig („Das große Promi-Pilgern“), der andere mit dem Komödianten Dr. Eckart von Hirschhausen schon besser, auch wenn man den Gag mit dem Unterschied zwischen Chef- und Assistenzarzt schon mal gesehen hat.

Sonst noch was? Da war die Parodie auf Waldemar Hartmann und Lukas Podolski. Da war das „Nazometer“, das die beiden vor dem Gebrauch böser Worte wie „Autobahn“ oder „Nazi“ bewahren soll. Da war das vermeintlich freche Späßchen mit dem neuen Duschgel „Arischer Frühling aus dem Fanartikel-Shop der Erzdiözese Köln“, zu dem Schmidt greife, wenn er mit entarteter Kunst in Berührung gekommen sei und Pochers Replik, er kaufe in Köln-Mühlheim lieber „Musta-Fa“ oder „Anti-Fa“.

Bezeichnend: Das senderinterne Skandälchen, das Harald Schmidt seinerzeit heraufbeschwor, als er nahe legte, kein Mann würde Bettina Böttinger anfassen wollen, zitierte er gestern zwar, umkurve ihn dann aber doch.

Aber so ist das manchmal nach den Sommerferien. So richtig Zug ist da am ersten Tag selten drin.



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