Erstellt 13.11.07, 21:23h
Hofmann-Göttig hatte kurz zuvor erklärt, dass der Verein 14 Werke verkauft habe, die zum Grundstock des Museums gehörten. Die Liste mit 248 Dauerleihgaben sei Teil einer Rahmenvereinbarung, die das Land und der Verein 2005 über den gemeinsamen Betrieb des Museums abgeschlossen hatten. Der Verein teilte hingegen mit, diese Liste sei noch gar nicht verbindlich.
Nach Darstellung von Hofmann-Göttig hat der Verein den Verkauf der Werke mit der Begleichung von Schulden begründet. Der Kulturstaatssekretär will den Vorgang nun rechtlich prüfen lassen - von Vertragsbruch wollte er zunächst nicht sprechen. Die stellvertretende Vorsitzende der rheinland-pfälzischen CDU-Landtagsfraktion, Marlies Kohnle-Gros, sagte, mit dem Schreiben entfalle die Geschäftsgrundlage für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Arp-Verein. Sie warf der SPD-Landesregierung grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit Steuergeldern vor. „Sie hat eine zweistellige Millionensumme in ein Museum gesteckt, ohne zunächst zu prüfen, ob das, was dort ausgestellt werden soll, tatsächlich eine derartige Investition rechtfertigt.“ Niemand wisse bis heute, was im Fundus des Vereins überhaupt enthalten sei.
Der Direktor des Arp-Museums, Klaus Gallwitz, hält sich mit einer Bewertung des Verkaufs von Dauerleihgaben öffentlich noch zurück. Gegenüber der Rundschau spricht er aber von einem „kritischen Verhältnis“ von Arp-Verein, Stiftung und Museum und sieht „offensichtliche Probleme zwischen dem Arp-Verein und dem Land Rheinland-Pfalz, deren Folgen noch nicht abzuschätzen sind.“ Dem Direktor geht es augenscheinlich um eine Vermeidung eines „Flurschadens“, sollten weitere Dauerleihgaben veräußert werden. „Wir haben ein anspruchsvolles Haus mit einem gleichermaßen anspruchsvollen Programm aufgebaut. Um es klar zu machen: Dies ist ein Arp-Museum, es darf nicht passieren, dass daraus ein Richard-Meier-Museum wird!“
Das neue Arp-Museum in Remagen-Rolandseck war am 28. September eröffnet worden. Dort werden unter anderem Arbeiten des Bildhauers Hans Arp (1886-1966) gezeigt. Zur Gestaltung dieses Museums-Schwerpunkts kann der Museumsdirektor auf Arp-Werke des Landes, des Arp-Vereins und auf Leihgaben zurückgreifen.
Der Arp-Verein war wiederholt in die Schlagzeilen geraten: So kaufte ihm das Land Mitte der 90er Jahre für zehn Millionen Euro rund 400 Arp-Werke ab. Die Regierung reklamierte dann mehr als 20 Werke, da die Echtheit nicht eindeutig feststand oder es Qualitätsmängel gab. Zudem gehen die Meinungen bei der Frage auseinander, ob nach dem Tod eines Künstlers gegossene Skulpturen ausstellungswürdig sind. (dpa / al.)
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