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Die Halle bestens kuriert

Von KERSTIN VÖLLING, 23.11.07, 19:56h

Noch eine letzte „Wall of Death“. „Der Kreis ist noch nicht groß genug!“ ruft Farin Urlaub. Direkt vor der Bühne fühlt sich ein Jugendlicher dazu berufen, seine Mitstreiter noch weiter auseinander zu dirigieren.

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Drummer Bela B. alias Dirk Felsenheimer in Aktion
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Drummer Bela B. alias Dirk Felsenheimer in Aktion
KÖLN. Noch eine letzte „Wall of Death“. „Der Kreis ist noch nicht groß genug!“ ruft Farin Urlaub. Direkt vor der Bühne fühlt sich ein Jugendlicher dazu berufen, seine Mitstreiter noch weiter auseinander zu dirigieren. Da fetzt die „Fette Elke“ durch die Halle. Wie auf Kommando klatschen die Leiber, die so bewusst zur Seite drifteten, nun mit voller Wucht zusammen. „Vollsport“ nennt die neue Generation ihren Pogo. Die Kölnarena ist restlos ausverkauft.

Und die Ärzte haben einiges gelernt aus dem Konzert in München. Dort hatten die Massen die Bolzen der Gitterabsperrungen schon im dritten Song gesprengt. Nicht so in Kölle. Den Heißblütigen in Zone eins des Stehplatzraumes räumen Farin Urlaub, Bela B. und Rodrigo González nun weit mehr Platz ein, Zone zwei begrenzt ein weiteres Sperrgitter, und Sicherheitskräfte verhindern, dass irgendjemand nachdrängelt. Das Tour- Motto „Es wird eng“ gilt nur für jene, die das wirklich wollen. Vorbildlich! So kann das Konzert zu einer rund dreistündigen Mega-Party werden. „Ganz schön groß hier“, stellt Urlaub fest. Er nimmt das Palladium zum Vergleich. „Scheiß Tribüne!“ findet der Fan-Block.

Doch Urlaub bekommt alle zum Mitmachen: „Ich bin keine Diva, ich bin der Boss!“ stellt er klar. Eine Welle nach der anderen schickt er durchs Publikum. Die Ärzte spielen viel von ihrer neuen Scheibe „Jazz ist anders“. Nicht alles wirkt zündend. „Lasse Redn“ ist eine Ausnahme ebenso wie „Junge“, das als Single nach einer Durststrecke von mehreren Jahren endlich mal wieder eingeschlagen hat.

„Tu das nicht“ wird zum Beispiel dafür, wie vor allem Bela B. seine Anbeter an diesem Abend im Griff hat. Der Drummer, der niemals sitzt, liefert eine Eins-A-Gesangsleistung ab. Im Gegensatz zum vokal schwächelnden „Rod“ González. Der Stimmung tut das keinen Abbruch. Handys und Feuerzeuge verwandeln die Arena in ein Lichtermeer, fahrbare Videoleinwände vor einer Leuchtwand geben dank flankierender Straps-Ladys frivole Impulse.

Bei „Zu spät“ schwappt die Ekstase in die Oberränge. Anschließend ist es für Urlaub leicht, die 14 000 zum Sitzen zu bringen. Auch die im Innenraum. Nur der Bierzapfer steht noch. Beim Refrain springen alle Fans gleichzeitig auf - was für ein Anblick! Erinnerungen an die besten Punk-Zeiten gibt es mit „Bademeister“ und „Claudia hat 'en Schäferhund“. „Westerland“ wird eingangs auf Reggae serviert. Über mangelnde Abwechslung kann hier keiner klagen.



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