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Mal eben mit dem Fahrrad nach Peking

Von BARBRO SCHUCHARDT, 30.11.07, 21:59h

Die Vorfreude ist vielleicht die schönste Freude. Das gilt besonders für Verreisen. Und Lust auf fremde Länder oder auch Wellnessreisen gibts auf der Kölner Reisemesse.

Mit Einkaufsrollern bewaffnet stürmten rüstige Senioren die Messehalle 6, kaum dass sich die Tore zur Internationalen Reisemesse (RKI) in Köln geöffnet hatten. Entsprechend dem Motto „Hauptsache Urlaub“ packten sie jede Menge Prospekte der 467 Anbieter aus 37 Ländern ein. Vorfreude ist schließlich die schönste Freude, und die beginnt bei der Planung.

Oberbürgermeister Fritz Schramma eröffnete das bunte Ferienparadies mit einem Rundgang, schüttelte Hände auf den Malediven, verkostete ein Gläschen Schnaps auf Zypern und schaute beim Bachem-Verlag vorbei, der mit Veröffentlichungen über das Rheinland präsent ist. Alles, was auch nur entfernt mit Bewegung zu tun hat, ist in Halle 6 vertreten - von der Autobahnpolizei bis zur Zahnklinik in Ungarn (Totalprothese 345 Euro statt ab 800 Euro in Deutschland).

Die Kleinsten können sich im „Bubenheimer Spieleland“ vergnügen oder bei der Verkehrswacht Straßenverkehr üben. Auf der RKI-Showbühne gibts Livemusik, Germanwings veranstaltet dort ein Reisequiz sowie ein Flugbegleiter-Casting, und Wagemutige können liegen gebliebenes Reisegepäck mit unbekanntem Inhalt ersteigern. Wer hofft, im Urlaub den Traumpartner zu finden, dem deutet eine „Astrokartografin“ das passende Ziel aus den Sternen. Und wer reisemäßig nicht nach denselben greifen möchte, der kann sich im reichhaltigen „Urlaubskino“ aus dem grauen Köln beamen.

Die meisten Besucher haben allerdings ziemlich genaue Vorstellungen von ihrem Traumurlaub. Das Zauberwort „Wellness“ liegt dabei weit vorn.

Die Messe trägt dem Rechnung, indem sie einen großen Teil der Halle in ein begehbares Wellness- und Kurhotel verwandelt hat. Eine richtige Rezeption lotst die Besucher durch das Angebot zahlreicher Badeorte in Deutschland und dem steirischen Thermenland (dort kann man auch die moderne Weinarchitektur studieren).

Wellness-, Fitness- und Ernährungsberater informieren im Stundentakt über die neuesten Erkenntnisse. Neu ist der Zusammenschluss von Baden-Baden, Bad Neuenahr (feiert im nächsten Jahr 150. Geburtstag), Bayreuth, Budapest und Sárvár in Ungarn, Marienbad in Tschechien, Archena in Spanien und Naantali Spa in Finnland zu einem Netzwerk hochklassiger Qualitäts-Kurangebote. Umlagert waren auch die Stände Frankreichs (wo zwei Köche leckeren Eintopf servieren), und der schnelle Thalys-Zug bringt Winter-Reisende jetzt für 25 Euro von Köln nach Paris.

Deutsche Ziele wie die Lüneburger Heide oder die Nordsee fanden viel Interesse, auch die Mosel mit ihrer neuen Attraktion, einer 18 Meter langen nachgebauten Römer-Galeere, die Touristen durchs Moseltal schippert. Die Schweiz und Österreich stehen im nächsten Jahr ganz im Zeichen der EM. Italien, Spanien, Kroatien und die Türkei freuen sich ebenfalls auf viele Besucher. Interessant ist das „Appetithäppchen“ von „Mare Baltikum-Reisen“ ( www mare-baltikum-reisen.de, Tel. 040 / 494111), die 2008 ein Wochenende in der estnischen Hauptstadt Tallinn mit Flug (allerdings ab Hamburg) und drei Übernachtungen mit Frühstück im Vier-Sterne-Wellness-Hotel für 199 Euro pro Person im Doppelzimmer offerieren.

Busunternehmen wie Univers- oder Laschke-Reisen präsentieren sich gleich mitsamt ihrer komfortablen Luxusfahrzeuge. Hartgesottene Bustouristen begeben sich in zunehmendem Maß im Rotel auf große Tour, wo man in winzigen Kabinen an Bord übernachtet und die Mahlzeiten gemeinsam zubereitet. Dafür aber gelangt man zu günstigen Preisen in die entlegensten Ecken der Welt.

Immer besser positioniert sich China, das nicht nur mit seinen Mega-Städten Shanghai und Peking lockt, sondern auch mit unbekannten Regionen wie der südchinesischen Provinz Kanton mit grandioser Natur und reicher kultureller Tradition. Nach China führen auch zwei Touren für sehr belastbare Menschen mit viel Zeit. In 175 Tagen können sie mit dem Fahrrad von Athen nach Peking strampeln, wo sie auf den Spuren des Olympischen Feuers rechtzeitig zu den Spielen eintreffen. Zurück gehts auf Wunsch mit der Transsibirischen Eisenbahn (ab 14 990 Euro im DZ).

Etwas bequemer kann man die außergewöhnliche Tour mit dem Bus machen - in 70 Tagen von Freiburg nach Peking, über die historische Seidenstraße quer durch Griechenland, die Türkei, Georgien, Iran und Kirgisien (1. Juni bis 9. August 2008, 12 990 Euro im DZ, Rückfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn oder dem Flugzeug, auch in zwei Teiletappen buchbar. Kontakt: Forum anders reisen, Tel. 0761 / 1377 6888 in Freiburg,  www forumandersreisen.de )



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