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Kritik an Kopftuch

Von NADIN HÜDAVERDI, 02.12.07, 22:36h, aktualisiert 02.12.07, 22:39h

Nicht frei von Provokationen verlief eine Podiumsdiskussion in der Aula der Universität zu Köln, an der auch Ralph Giordano teilnahm. Thema des Gesprächs war „Aufklären statt verschleiern! Islam in Deutschland“.

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Ralph Giordano sprach sich für ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen aus.
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Ralph Giordano sprach sich für ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen aus.
Nicht frei von Provokationen verlief die Podiumsdiskussion in der Aula der Universität, der sich die Schriftsteller Ralph Giordano, Günter Wallraff und Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, am Samstag stellten. Thema des Gesprächs war „Aufklären statt verschleiern! Islam in Deutschland“, zu dem die Giordano-Bruno-Stiftung und der Zentralrat eingeladen hatten.

Im Vordergrund stand ein Kopftuchverbot in Schulen für Lehrerinnen und Schülerinnen, das der Zentralrat der Ex-Muslime im November gefordert hatte. „Religion muss Privatsache bleiben“, betonte Mina Ahadi. „Kinder, die unter diesen Voraussetzungen erzogen werden, haben kaum eine Chance, sich in der modernen Gesellschaft zu integrieren“, so die Vorsitzende des Zentralrates, der sich Anfang des Jahres in Köln gegründet hatte.

Die Forderung eines Verbots sei nicht als Provokation zu verstehen, es gehe darum, Normalität in Schule und Alltag zu schaffen.

Ziel der Kampagne ist es, vor allem junge Schülerinnen davor zu schützen, dass sie zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden können. Dies sei in autoritären Elternhäusern nicht selten.

„Entwürdigung

der Frauen“

Noch keine genauen Vorstellung hat der Zentralrat der Ex-Muslime allerdings über die Umsetzung eines solchen Verbots. Es ist nach Auffassung von Ahadi nicht ganz unproblematisch, dass der Staat in die Kleiderordnung eingreift, zugunsten einer „offenen Gesellschaft“ müsse diese Einschränkung jedoch hingenommen werden.

Giordano begründete seine Zustimmung zu dem Verbot damit, dass das Kopftuch eine Entwürdigung der Frau bedeute. Wallraff gab dagegen zu bedenken, dass ein generelles Verbot sogar bis zum Märtyrertum führen könne. „Es gibt viele Mädchen, die das Kopftuch aus einer pubertären Protesthaltung heraus probieren oder die es als eine Art Mode tragen.“

Insgesamt verlief die Diskussion sehr emotionsgeladen und teilweise wenig sachlich. Ralph Giordano wiederholte dabei seine Kritik am Bau der Moschee in Ehrenfeld. Wichtig sei die Frage, wer der eigentliche Bauherr sei: „Es ist die Diyanet (Anm. d. Red.: Amt für Religiöse Angelegenheiten) in Ankara.“

Sein Fazit: „Die Integration ist gescheitert. Aber wir müssen trotzdem versuchen, miteinander friedlich auszukommen.“ Kollege Günter Wallraff unterstrich: „Die Islamisierung ist nur ein letztes Aufbäumen gegen die Globalisierung. Die Wurzel des Problems ist ein falsches Männerbild, wodurch Männer nicht mit der Emanzipation der Frau zurechtkommen.“



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