Von STEFANIE BAUMER, 17.12.07, 21:51h
„Trotzdem ist die Welt im Vergleich zum vergangenen Jahr ein bisschen friedlicher geworden“, sagt Lotta Mayer vom Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung. Es gebe mehr Konflikte, die sich abschwächten, als Auseinandersetzungen, die eskalierten.
Das „Konfliktbarometer“ des Heidelberger Instituts listet für 2007 weltweit 328 Konflikte auf. 130 davon waren gewaltsam. Sechs stufen die Experten als Kriege und 25 als ernste Krisen ein. Damit sank die Zahl „hochgewaltsamer Konflikte“ von 36 auf 31. Als Kriege bewerteten die Forscher - wie 2006 - Auseinandersetzungen im sudanesischen Darfur, in Somalia, auf Sri Lanka, in Afghanistan und im Irak. Neu hinzu kommen die Kämpfe zwischen Rebellen und der Armee im Grenzgebiet Pakistans zu Afghanistan. „Bei den Auseinandersetzungen starben mehr als 1200 Menschen“, sagt Mayer.
Viele Konflikte, die bereits seit Jahren schwelen, würden in Europa kaum wahrgenommen, sagt Mayer. Ein Grund: „Es gibt kaum noch Kriege mit Entscheidungsschlachten. Es gibt einen Wandel hin zu permanenten Scharmützeln und zu Dauerkrisen ohne Entscheidungen.“ Ursachen für Konflikte sind vielfältig. Ideologische, religiöse und ethnische Spannungen oder der Versuch, das politische oder wirtschaftliche System zu ändern, führen besonders häufig zu Konflikten.
Oft wird um die Unabhängigkeit oder Vorherrschaft in einer Region gekämpft. In Afrika gibt es zahlreiche Konflikte um Ressourcen wie Diamanten, Öl und Edelhölzer.
Für neuen Konfliktstoff könnte künftig der Klimawandel sorgen. Der Welt-Klimarat befürchtet, dass wegen der Erderwärmung tausende Menschen aus ihrer Heimat vertreiben werden könnten. Dies könnte Kriege und Konflikte auslösen.
Gekämpft wird vor allem mit Waffen wie Pistolen oder Kalaschnikows oder auch Sprengstoff, oft Überbleibsel aus dem Kalten Krieg. Andere Waffen werden von Nachbarland zu Nachbarland weitergereicht - von einem blutigen Kampf zum nächsten. (dpa)
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