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Mit Swing Kanzler Kohl begeistert

Von FABIAN WAHL, 06.01.08, 20:14h

Das Bundesjugendjazzorchester in Bonn wird 20 Jahre alt. Es ist als solches weltweit einzigartig. Jedes Jahr werden dort 45 junge Talente ausgebildet. Die künstlerische Leitung wechselt im Halbjahrestakt.

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45 junge Talente werden jedes Jahr vom Bundesjugendjazzorchester ausgebildet.
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45 junge Talente werden jedes Jahr vom Bundesjugendjazzorchester ausgebildet.
BONN. Der Paukenschlag folgte zehn Tage nach der Gründung: Auf Einladung Helmut Kohls gab das Bundesjugendjazzorchester (BuJazzO) am 7. Januar 1988 sein Debüt - im Bundeskanzleramt. „Es herrschte ein riesiger Medienrummel. Das war einmalig“, erinnert sich der Projektleiter des Orchesters, Peter Ortmann. Kohl war als Bundeskanzler dermaßen begeistert, dass er sich sein Lieblingslied „In the Mood“ von Glenn Miller gleich mehrmals wünschte. Das ist jetzt 20 Jahre her. Seitdem ist das Ausbildungsorchester der Bundesrepublik für Jazztalente weltweit einzigartig geblieben.

Deshalb hat sich auch Florian Sperzel (24) für einen der freigewordenen Trompetenplätze beworben. In Bonn ist Auswahltag. Zehn Minuten gibt ihm die dreiköpfige Jury, dann heißt es drei Tage lang auf Antwort warten. „Es hat ganz gut geklappt. Aber es könnte immer besser laufen“, gibt sich Florian, aus dem Raum Frankfurt / Main kommend, nach seinem Vorspiel vorsichtig.

Mit acht Jahren entdeckte er den Spaß an der Musik. Nach dem Landesjugendjazzorchester Hessen und dem Musikkorps der Bundeswehr folgte eine Anstellung beim Musical „Grease“. Im BuJazzO möchte der Musikstudent sein bisheriges Können weiter ausbauen. „Das wäre großartig“, sagt Florian. 45 junge Talente bildet der Deutsche Musikrat als weltweit größter Musikverband im BuJazzO zur Zeit aus. Auf zwei Trainingsphasen pro Jahr mit bekannten Gastdirigenten folgen etwa 15 Konzerte im In- und Ausland. Bis zum Jahr 2006 lehrte der deutsche Bandleader Peter Herbolzheimer das Orchester, jetzt wechselt die künstlerische Leitung im Halbjahrestakt. Und damit auch die Stilrichtungen: Vom Swing und klassischen Einflüssen über Latin- und Salsa-Anleihen bis hin zu rockigeren Tönen ist alles vorhanden. Dabei nimmt die Zahl der eigens komponierten Stücke stetig zu.

Vor gut 20 Jahren wäre diese Entwicklung noch undenkbar gewesen. „Bei offiziellen Anlässen bekamen die Gäste immer klassische Musik zu hören“, schildert Ortmann, der schon von Beginn an für das Projekt BuJazzO verantwortlich ist. „Die Leute fragten, ob es nicht auch mal etwas anderes geben könnte.“ So appellierte der Jazzliebhaber und damalige Bundeskanzler Helmut Kohl an den Deutschen Musikrat: „Wir benötigen ein Spitzenensemble für den Jazz, in dem sich Nachwuchsmusiker verbessern können.“

Sechs Alben sind seitdem erschienen, 400 Konzerte bestritten und 20 Auslandsreisen unternommen worden. Vor zehn Jahren erhielt das BuJazzO den Deutschen Musikpreis. Ehemalige Bandmitglieder wie Till Brönner oder Roger Cicero sind zu berühmten Musikern geworden. Auch „die Bewerberqualität hat sich stark verbessert“, erklärt Peter Ortmann. Musikschulen führten die jungen Talente heute besser heran. (dpa)



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