Erstellt 08.08.08, 18:28h
Seit gestern muss sich der 21-Jährige vor der Jugendschutzkammer des Bonner Landgerichts verantworten. Wie schon in den Ermittlungen bestätigte der Angeklagte - unter Ausschluss der Öffentlichkeit -, dass es am 24. August 2007 tatsächlich zu einer intimen Begegnung zwischen ihm und Lisa gekommen sei. Aber, so schwor er, es sei freiwillig gewesen; das Mädchen habe es gewollt. Dass sie erst 13 Jahre alt ist, habe er nicht gewusst. Er habe gedacht, sie sei mindestens 15 Jahre alt.
Für Lisa hatte das Erlebnis offenbar einschneidende Folgen. Die eigene Mutter erinnert sich, dass mit ihrer ältesten Tochter am Tag danach körperlich was nicht stimmte". Als Zeugin erzählte Sanne B. gestern: Lisa saß mit dicker Winterjacke in der warmen Wohnung, hatte einen dicken Schal um und sagte nichts." Man solle sie in Ruhe lassen, sei die einzige Antwort ihrer Tochter gewesen. Nur ihrer besten Freundin Anne, 18 Jahre alt, vertraute sie sich an. Diese wiederum erzählte es ihrer Mutter, der befreundeten Nachbarin.
Auch die 43-jährige Nachbarin wurde gestern gehört: Sie beschrieb Lisa als ein normales Mädchen, das mal vorlaut" und manchmal ganz ruhig sei. Sie wusste zu berichten, dass Lisa vor dem Vorfall durchaus für Romeo geschwärmt habe, sie ihm sogar gerne mal aus dem Fenster nachgeschaut haben soll. Also doch freiwillig? Oder doch erzwungen? Ob die 13-Jährige die Wahrheit gesagt hat, soll in diesem Prozess auch durch ein Glaubwürdigkeitsgutachten festgestellt werden. Nach Lisas Aussage soll der Angeklagte ihr anschließend gedroht haben. Mit den Worten: Wenn Du was sagst, dann kannst Du was erleben."
Seit diesem Vorfall weigert sich Lisa, zur Schule zu gehen. Warum, kann die Mutter nicht verstehen. Auch die Lehrer nicht, die sie als beliebte Schülerin" beschreiben. Auch sonst hat sich das Mädchen zurückgezogen. Schaut Fernsehen. Oder malt ganz viel, wie die Mutter beobachtet hat. In der kommenden Woche soll Lisa gehört werden. (ucs)
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