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Abfuhr von Angstgegner Spanien

Erstellt 20.01.08, 18:06h, aktualisiert 20.01.08, 20:18h

Dämpfer für die deutschen Handballer: Gegen Spanien kam das Team von Heiner Brand mit 22:30 unter die Räder. Besonders in der zweiten Hälfe tat sich das Team schwer. Jetzt wartet die EM-Hauptrunde.

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Und wieder drin: Die Spanier Ruben Garabaya Arenas (L) and Albert Rocas Comas hatten viel Grund zum Jubel.
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Und wieder drin: Die Spanier Ruben Garabaya Arenas (L) and Albert Rocas Comas hatten viel Grund zum Jubel.
Bergen/Norwegen - Die deutschen Handballer haben vor den entscheidenden Spielen um das EM-Halbfinale von Angstgegner Spanien einen herbe Abfuhr kassiert und gehen mit der Hypothek einer Niederlage in die Hauptrunde. Im abschließenden Vorrundenspiel unterlag der Weltmeister im Duell mit seinem Vorgänger mit 22:30 (12:12) und vergab mit der ersten Niederlage den Gruppensieg. Vor 3338 Zuschauern in der Haukelandshallen verlor die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im zweiten Durchgang erst die spielerische Linie und dann die Top-Partie der Gruppe C. Beste deutsche Werfer waren Holger Glandorf, Andrej Klimowets und Florian Kehrmann (je 4).

In der Hauptrunde ab Dienstag warten in Trondheim Titelverteidiger Frankreich, Schweden und Island als nächste Kontrahenten. Doch daran mochte Bundestrainer Heiner Brand nicht denken. "Ich will gegen Spanien gewinnen, und dann erst gegen die nächsten", sagte er. Deswegen verlangte der Gummersbacher zunächst volle Konzentration im Duell mit dem Weltmeister von 2005. Seinen Spielern war bewusst, dass Spanien der härteste Vorrundengegner ist. "Die werden gegen uns voll Gas geben", sagte Kapitän Markus Baur.

Die Prognose traf zu. Denn trotz einer 3:1-Führung (4.) ließen sich die Spanier nicht abschütteln und gingen ihrerseits mit 4:3 in Führung. Auch ein 8:5-Vorteil (16.) reichte nicht, um die Iberer einzuschüchtern. Vielmehr nutzten diese jede kleine Nachlässigkeit im deutschen Team und kamen zu einer 12:10-Führung, die der Weltmeister bis zum 12:12-Pausenstand wieder ausglich.

"Spanien war immer ein sehr interessanter Gegner für uns. Früher haben wir öfter verloren, zuletzt sah es immer recht gut aus. Ich hoffe, dass der Trend anhält", sagte Brand. Damit erinnerte er an die beiden Siege bei der WM im Vorjahr (27:25) und bei den Olympischen Spielen 2004 (32:30 nach Siebenmeterwerfen) jeweils im Viertelfinale. Von einem positiven Trend aber war Brands Team nach Wiederanpfiff weit entfernt. Zahlreiche Fehler im Angriff verhinderten ein konstruktives Spiel und Spanien enteilte auf 18:14 (42.). Der wütende Bundestrainer nahm eine Auszeit, konnte damit aber dem Spiel keine Wende mehr geben.

Nach dem vorzeitig gemeisterten Einzug in die Hauptrunde durch den 28:24-Arbeitssieg über Ungarn war Brand die Erleichterung anzusehen. "Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen haben", gab er zu, "wir hatten eine Leistungssteigerung zu verzeichnen." Vornehmlich die wiederkehrende Sicherheit in der Defensive sowie das trotz der Siege noch nicht ausgeschöpfte Potenzial machen den Mannen um Kapitän Markus Baur Mut für die harten Aufgaben in der Hauptrunde. "Die Abwehr war wesentlich beweglicher und aggressiver. Das entscheidet die Partien", sagte der Spielgestalter.

Ebenso sieht es sein Nachfolger Michael Kraus. "Die Abwehr hat einen Schritt nach vorn gemacht. Wir kommen wieder zu der Aggressivität wie bei der WM", urteilte der Lemgoer, schränkte aber auch ein: "Es ist noch Steigerungspotenzial da. Das müssen wir abrufen." Auch Florian Kehrmann fordert noch mehr Einsatz. "Wir müssen noch eine Schippe drauflegen", sagte der Rechtsaußen aus Lemgo. Beide stimmten damit genau der Analyse des Bundestrainers zu. "Es ist immer ein gutes Szenario, wenn man sich steigert. Wir haben noch Potenzial, um uns zu steigern, was aber auch nötig sein wird", nahm Heiner Brand seine Spieler in die Pflicht, nicht nachzulassen.
(dpa)



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