Von NICOLE STÖTZEL, 30.01.08, 22:05h, aktualisiert 30.01.08, 22:14h
28 Jahre lang hat der mittlerweile 52-Jährige als Tanzoffizier in der ersten Reihe gestanden. Als seine langjährige Tanzpartnerin Kerstin Albers aus persönlichen Gründen ihren Abschied verkündete, war klar, dass auch Löhr aus dem Rampenlicht zurücktritt. Schwergefallen sei ihm das nicht, betont er. „Meine Karriere ist beendet. Wir haben so eine starke Gruppe. Ich bin froh, dass sie mich noch mittanzen lassen.“ Isabel Vährke und Christoph M. Wulf müssen es nun richten. Aber nicht ganz ohne den wohl bekanntesten Tänzer im Kölner Karneval. Löhr ist Vorsitzender der Rheinveilchen, Trainer und hebt noch immer die Mariechen in die Höhe, wenn auch nicht in der ersten Reihe. „Ich hänge mit dem Herzen dran“, betont er.
Nicht jeder hat Verständnis für so viel Engagement. Ein Tanzpaar einer anderen Gesellschaften hat einmal auf die Frage „Was würden Sie im Karneval abschaffen?“, geantwortet: Gottfried Löhr. „Das trifft mich sehr“, sagt er. „Die kennen mich doch gar nicht. Das ist Neid.“ Sein Nachfolger, Christoph M. Wulf, kann sich das auch nicht erklären: „Gottfried ist sehr umgänglich, nicht nachtragend. Und dass man im Training Gas geben muss, wenn man zu den besten Tanzkorps gehören will, ist doch klar.“ Manchmal, so gibt Wulf zu, stehe ihm sein Vorgänger auf der Bühne noch im Weg, „aber das ist nur menschlich und wir lachen uns dann an“.
Überhaupt ist die Stimmung gut bei den Rheinveilchen. Selbst wenn sie einmal in einem Saal nahezu eine Stunde auf ihren Auftritt warten müssen, bleiben sie locker. Löhr wird ihnen schon ein Zeichen geben, wenn es losgeht. Auch auf der Bühne gibt er den Ton an. Einsätze kommen von ihm, Ansprachen ans Publikum ebenfalls. „Die kommen super sympathisch rüber“, raunt eine „Piratin“ ihrer Nebenfrau im Pullmann zu. Gottfried Löhr hätte das sicher gern gehört. Denn nichts ist für den 52-Jährigen schöner als der Applaus und die Zustimmung der Leute.
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