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Spaziergängerin ins Gesicht geschlagen

Von ALICE GEMPFER, 18.02.29, 18:56h

Hellenthal - Eine Spaziergängerin wurde Donnerstagnachmittag mit ihren Hunden Opfer eines gewalttätigen Übergriffs: Ein 70-jähriger Rentner hatte die Fassung verloren und zuerst auf ihren Collie, dann auf sie selbst eingeschlagen. Sie will ihn nun anzeigen.

Hellenthal - Die 51-jährige Ludwigshafenerin Elvira Z., die regelmäßig in Hellenthal zu Besuch ist, kam mit ihren zwei Hunden, einem Irish Terrier und einem Border-Collie vom Spaziergang im Wald „Am Sündentempelchen“. Da es zu schneien begann, nahm sie den Rückweg zurück in die Ortsmitte.

Nach eigener Schilderung ließ sie den Border-Collie „Nashville“ (16 Jahre) kurz vor dem Vorfall von der Leine, da er aufgrund seines Alters deutlich langsamer lief als Hündin „Chica“.

„Als ich das Geräusch eines parkenden Fahrzeugs hörte, habe ich mich sofort nach dem Hund umgedreht“, berichtete sie gestern: „Nashville trottete ganz ruhig hinter uns her.“ Später stellte sich heraus, dass es sich bei den Fahrzeuginsassen um die Bewohner des Grundstücks handelte, an dessen Toreinfahrt Elvira Z. gerade vorüber ging. Das Paar kam aus Richtung Schleiden und wollte links in die Einfahrt biegen.

Da sei der Fahrer auch schon ausgestiegen und mit wüsten Beschimpfungen auf sie zu gekommen. „Ich habe zuerst nicht reagiert, ich wusste gar nicht, was los ist und habe mich weiter um Nashville gekümmert.“ Die Ludwigshafenerin hatte sich zu ihrem Hund gebeugt, um ihn wieder anzuleinen. Der etwa 70-jährige Mann, der ihr nicht bekannt war, habe sofort begonnen, auf den Hund einzutreten. Dann habe er sie auf den Kopf geschlagen. Ihre Haarspange sei zu Bruch gegangen. Mit der Faust habe er ihr gezielt ins Gesicht geschlagen und ihr ein Büschel Haare ausgerissen.

Gegen die Attacken des Mannes habe sie sich nur mit einer Hand wehren können, erinnert sich Elvira Z., in der linken Hand habe sie ja die Hundeleinen gehalten. Mit der rechten Hand habe sie den Mann dann von sich weggestoßen, mehr habe sie aus Angst vor einer weiteren Eskalation nicht gewagt. „Ich hatte Angst davor, was sonst noch passiert, der Mann wirkte wie von Sinnen.“

Augenzeugen eilten zur Hilfe

Schließlich stoppte ein junges Paar aus Monschau, das im Vorbeifahren den Vorfall bemerkt hatte. Der Mann stieg aus und kam dem Opfer zur Hilfe, rief die Polizei und sagte als Zeuge aus.

Der Angreifer und seine Partnerin waren zwischenzeitlich im Haus verschwunden, kamen jedoch wieder hinzu, als die Polizei wenig später eintraf. Der Polizei gegenüber erklärte der Mann, er habe die Frau angegriffen, weil sie das Urinieren der Hunde gegen die Hauswand nicht verhindert habe. Elvira Z. bestreitet das: „Die Polizisten haben alles abgesucht und konnten nichts entdecken.“

Elvira Z. suchte auf Anraten der Polizei nach dem Vorfall zur ärztlichen Behandlung das Schleidener Krankenhaus auf. Die Ärzte rieten ihr dazu, Strafanzeige zu stellen. Ein Tierarzt versorgte den Border-Collie und bescheinigte diesem massive Prellungen.

Elvira Z. ist bestürzt über die Attacke: „Es gab keinen Anlass, ich bin zudem freundlich geblieben - wie kann man einfach so auf Menschen und Tiere einprügeln?“ In Absprache mit ihrem Anwalt hat sie Strafanzeige wegen Körperverletzung gestellt.



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