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Godesberger Narren schielen nach Peking

Von PHILIPP SCHUMACHER, 03.02.08, 22:20h

Bonn - Welch ein Karnevalssaft mag wohl in der Nuckelflasche vom kleinen Hanno gesteckt haben? Dem einjährigen Jungen jedenfalls hatten seine Eltern zum Bad Godesberger Zug bereits die Königskrone aufgesetzt.

BONN. Welch ein Karnevalssaft mag wohl in der Nuckelflasche vom kleinen Hanno gesteckt haben? Dem einjährigen Jungen jedenfalls hatten seine Eltern zum Bad Godesberger Zug bereits die Königskrone aufgesetzt, der rotglänzende Umhang durfte auch nicht fehlen. An jeckem Nachwuchs scheint es dem Godesberger Karneval jedenfalls nicht zu fehlen.

In der Kurfürstenallee aber lieferten sich zunächst die Bad Godesberger Bezirksvorsteherin Annette Schwolen-Flümann und der Präsident des Festausschusses Godesberger Karneval, Christian Hüffel, ein Rededuell. Es ging - natürlich - um die Rathauserstürmung durch das Prinzenpaar Cornelius und Godesia Nina. Nachdem sich Schwolen-Flümann über die O-Beine des Prinzen lustig gemacht hatte, platzte den Karnevalisten der Kragen. „Untersucht das Doping-Labor! Schießt vorher aber die Bude sturmreif!“, hieß der Marschbefehl Hüffels. Er endete erfolgreich.

Dann setzte sich unter dem Motto „Godesberger Narren-Olympiade“ der Bad Godesberger Zug in Bewegung. Den Anfang machte das Godesberger Stadtsoldatenkorps mit den Wagen des Großen Rates, des Damenkomitees und vielen Tanztruppen. Musikalische Unterstützung gab es vom Tambourcorps aus Bengen. Die Olympischen Spiele in Peking sind nicht mehr weit, so dass die Karnevalsgesellschaft Blau Gold Muffendorf schon mal den Chinesen ihr Motto widmete: „Loss mer uns beiele un noh Peking schiele“. Als Sumo-Ringer verkleidet, marschierten sie durch die gut gefüllten Straßen. Der Elferrat aus Muffendorf glich mit langem schwarzen Haar mehr den Mongolen, aber ihr Präsident Joachim Ackermann verkörperte den Mandarin sehr glaubhaft.

Die Tanzmäuse unter der Führung von Dagmar Forster feierten 20-jähriges Bestehen und propagierte unterm olympischen Motto: „Wir sind auch ohne Spritze gut drauf“. Insgesamt liefen etwa 1000 Teilnehmer beim 3,5 Kilometer langen Zoch mit. 31 Prunk- und Festwagen waren zu sehen und 24 Bagagewagen. Die Hälfte der Teilnehmer spielte in Musikkapellen. Fahnenschwenker waren zum wiederholten Mal extra aus Worms angereist, um mit Trommeln und Fanfaren die Besucher zu begeistern.

Neben dem Stadtsoldatenkorps stellten auch die Große KG Bergfunken, die Allgemeine Karnevalsgesellschaft Prinzengarde, die KG Kleffbotze aus Friesdorf und die aus sieben Abteilungen bestehende KG Fidele Burggrafen große Gruppen beim Umzug durch die Innenstadt. Kinderprinz Fabian I. und seine Godesia Carina bildeten die Vorhut. Am Ende fuhr das Bad Godesberger Prinzenpaar Cornelius I. und Godesia Nina im Kutschenwagen.

Danach, Bad Godesberg typisch, der Wagen der Bezirksvertretung, der schon das Motto für den Zug 2009 verkündete: „Godesberger Bad - für Jecke jemaat.“



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