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Neue Gerüchte um Gaffel-Verkauf

Von LARS HERING, 12.02.08, 21:32h, aktualisiert 12.02.08, 21:38h

Weitere Spekulationen um die Gaffel-Brauerei: Jetzt meldet ein Magazin, dass die Traditionsbrauerei plötzlich zum Verkauf angeboten werden soll. Die zerstrittenen Brüder hätten ein Bieterverfahren beantragt.

Bild: Gaffel
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Historische Ansicht der Gaffel-Brauerei auf dem Betriebsgrundstück am Eigelstein
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Historische Ansicht der Gaffel-Brauerei auf dem Betriebsgrundstück am Eigelstein
Die Spekulationen um die Gaffel-Brauerei reißen nicht ab. Jetzt meldet das Getränkemagazin „Inside“, dass die Traditionsbrauerei plötzlich zum Verkauf angeboten werden soll. Die zerstrittenen Brüder Heinrich und Johannes Becker hätten ihre Anwälte angewiesen, die Kreissparkasse Köln mit der Einleitung eines Bieterverfahrens zu beauftragen. Dies sei „auf Druck der Banken“ zustande gekommen. Johannes Becker, per einstweiliger Verfügung vorläufig abgesetzter Geschäftsführer, bestätigte die Meldung: „Ich dementiere dies nicht.“

In der Unternehmenszentrale reagierte man verwundert. „Gaffel ist ein solide finanziertes, profitables Unternehmen. Es gibt keinen Druck von Banken“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Philipp Becker für das Unternehmen. Die gesellschaftsrechtliche Situation sei „kompliziert“. Um sie zu lösen, würden alle strategischen Optionen überprüft. „Davon ist das Bieterverfahren eines. Da ist aber nichts im Gange“, betonte Becker. Die Kreissparkasse Köln wollte sich nicht äußern. „Zu unseren Kunden geben wir keine Auskunft“, sagte Sprecher Christoph Hellmann.

Die Gaffel-Brauerei belegt mit einem Absatz von 500 000 Hektolitern nach Reissdorf Kölsch den zweiten Platz unter den Kölschbrauern. Im vergangenen Monat erzielte die Brauerei mit 55 000 Hektolitern einen Rekordabsatz. Bis zu 80 Millionen Euro, so „Inside“, seien als Kaufpreis für die Traditionsbrauerei zu bezahlen. Johannes Becker hatte bereits angeboten, seinem Bruder Heinrich, dessen Sohn Heinrich Philipp und Neffe Philipp ihre Unternehmensanteile von insgesamt 62 Prozent für 24,8 Millionen Euro abzukaufen. Diese hatten das Angebot aber stets abgelehnt.

Interessiert an einer Übernahme der Traditionsbrauerei sei auch die Konkurrenz, meldete „Inside“. So säßen etwa die Brauereien Radeberger und Krombacher in den Startlöchern. „Wir kommentieren das nicht“, sagte Radeberger-Sprecherin Birte Kleppin. Bei Krombacher sagte Sprecher Franz-Josef Weihrauch: „An dem Gerücht ist nichts dran.“ Weihrauch meinte aber, dass der kolportierte Kaufpreis von 80 Millionen Euro realistisch sei. „Die Herforder-Brauerei setzt 450 000 Hektoliter ab. Als sie von Warsteiner übernommen wurde, wurde nur geringfügig weniger bezahlt.“

Vor dem Landgericht streiten beide Seiten weiter. Johannes Becker klagt darauf, Heinrich und Heinrich Philipp Becker als Geschäftsführer abzusetzen und aus der Gesellschaft auszuschließen. Im Gegenzug klagt Heinrich Becker darauf, Johannes Becker als Geschäftsführer endgültig ausschließen zu lassen.



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