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„Manager sollen bei Versagen haften“

Von WILFRIED GOEBELS, 25.02.08, 19:54h, aktualisiert 25.02.08, 21:14h

Die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber haben die „Raffke-Mentalität“ einzelner Manager kritisiert. Erneut lehnten sie einen Mindestlohn ab und kritisierten die zu hohen Bruttolöhne in Deutschland.

DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber haben die „Raffke-Mentalität“ einzelner Manager kritisiert. Auswüchse mit siebenstelligen Pensionen plus Fahrer, Sekretärin und Büro für ausgeschiedene Manager seien nicht akzeptabel, mahnte Arbeitgeber-Präsident Horst-Werner Maier-Hunke in Düsseldorf.

Auch der Präsident des NRW-Handwerkstages, Wolfgang Schulhoff, bezeichnete Nebenabsprachen über sittenwidrige Pensionszahlungen als „Skandal“. Schulhoff sprach sich für eine Änderung des Aktiengesetzes sowie die Einführung einer Manager-Haftung aus. Manager und Aufsichtsräte müssten bei Versagen mit zwei bis drei Jahresgehältern zur Kasse gebeten werden.

Schulhoff kritisierte, dass Vorstandsgehälter, Pensionen und Abfindungen für Manager oft in kleinen Präsidien beschlossen würden. Es sei für eine umfassende Kontrolle aber nötig, dass der gesamte Aufsichtsrat eine Regelung beschließe.

Der Familienunternehmer beklagte, dass Dax-Manager ihre eigenen Gehälter kräftig erhöhten, aber gleichzeitig Lohnverzicht für Arbeitnehmer forderten.

Für Arbeitgeber-Chef Maier-Hunke, der ein mittelständisches Unternehmen in Iserlohn betreibt, ist es auch unhaltbar, dass Manager Pensionen erhalten, die oft höher sind als die Jahreseinnahmen von Mittelständlern, die mit ihrem ganzen Vermögen für ihr Handeln haften müssen.

Die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber lehnten erneut einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn ab. Maier-Hunke drängte die Landesregierung, sich im Bundesrat gegen eine Einführung des gesetzlichen Mindestlohns einzusetzen.

Aus Sicht der NRW-Arbeitgeber sind die Nettolöhne in Deutschland zu niedrig, die Bruttolöhne aber zu hoch. „Die Netto-Reallöhne sind heute nicht höher als vor 20 Jahren“, klagte Schulhoff. Um die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu erhöhen, müssten die Belastungen des Faktors Arbeit gesenkt werden.

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