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„Atomforschungsanlage“ bei Bitburg?

Erstellt 25.02.08, 22:14h

Das Verwaltungsgericht Trier hat den ersten Bauabschnitt für eine „Atomforschungsanlage“ in Sefferweich bei Bitburg genehmigt. Die Temme AG will dort einen Klein-Reaktor bauen. Doch die nächste Hürde dürfte höher liegen.

BITBURG. Das Verwaltungsgericht Trier hat den ersten Bauabschnitt für eine „Atomforschungsanlage“ in Sefferweich bei Bitburg genehmigt. Der positive Richterspruch gelte allerdings nur für die Errichtung eines dreimal drei Meter großen unterirdischen Baubehälters für erste Testzwecke und bedeute noch keine strahlungsschutzrechtliche Genehmigung, teilte das Gericht gestern in Trier mit (Az.: 5 K 798 / 07.TR).

Die Temme AG (Trier) will dort nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Jörg Temme im Auftrag nicht genannter ausländischer Investoren einen Klein-Reaktor bauen, der Energie ins Netz einspeisen soll. Dieser Isotopen-Reaktor gewinnt Energie aus dem Kernzerfall einer strahlenden Substanz.

Zwischen zwei Windrädern soll der Behälter so weit vergraben werden, dass nachher nur noch eine Kuppel oben herausragt, die mit Erde bedeckt werden soll. Laut Antrag soll der Behälter über einen Zeitraum von drei Jahren auf Dichtigkeit und Belastbarkeit geprüft werden.

Jörg Temme macht sich auch Gedanken über die Sicherheit der Anlage: Spätestens seit den Anschlägen des 11. September 2001 müsse auch eine Bedrohung aus der Luft mit in Betracht gezogen werden, sagt er. Deshalb seien Windparks als Standorte für die zukünftigen Mini-Atomkraftwerke insofern interessant, da die Windräder im Fall eines Luftangriffs als „Flugzeugfänger“ dienen könnten.

Die Verwaltung des Eifelkreises Bitburg-Prüm überlegt allerdings derzeit, vor dem Oberverwaltungsgericht in Koblenz die Zulassung einer Berufung zu beantragen.

Noch während der Testphase will Temme die strahlenschutzrechtliche Genehmigung beantragen, eine Hürde, die wohl nicht ganz so einfach zu nehmen sein dürfte wie der jetzt genehmigte Bauabschnitt. Die Kosten des Projekts belaufen sich nach seinen Angaben in den ersten drei Jahren auf rund 35 Millionen Euro. Es werde eine „hundertfache Beantragung“ in Deutschland geben, kündigte er an. Die „Klein-Atomkraftwerke“, die etwa mit dem atomaren Isotop Strontium 90 betrieben würden, könnten eine Leistung von 200 Kilo- bis 200 Megawatt erzeugen. Sie seien sicherer, liefen „völlig autonom“, verursachten keine Personalkosten, seien mobil und müssten nicht an Hochspannungsnetze angeschlossen werden. In Serie werde mit ihnen eine Kilowatt-Stunde dann 3,4 Cent kosten.

Was so einfach klingt, dürfte zahlreiche Kritiker auf den Plan rufen. Denn die strahlenden Substanzen könnten ein immenses Sicherheitsproblem darstellen. (EB / dpa)



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