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Wenn die Rechte nicht recht ist

Von SYBILLE SCHÖNHOFEN, 27.03.08, 20:23h

Wissenschaftler nehmen an, dass der Linkshänderanteil in der Bevölkerung bei 50 Prozent liegt. Dennoch wird Linkshändigkeit oft noch immer negativ betrachtet. Beim Umlernen ist Vorsicht geboten.

Linkshänder
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Linkshänder lassen sich niemals vollends zu Rechtshändern machen
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Linkshänder lassen sich niemals vollends zu Rechtshändern machen
Napoleon, Beethoven, Goethe, da Vinci, Einstein und Pelé - sie alle zählen zu den Linkshändern. Diese Liste ließe sich lange fortsetzen. Wissenschaftler nehmen sogar an, dass der Linkshänderanteil in der Bevölkerung bei 50 Prozent liegt. Dennoch wird Linkshändigkeit oft noch immer negativ betrachtet. Zwar werden die Kinder in der Regel heute nicht mehr umerzogen. Oft werden aber Belohnungen versprochen, um das Kind dazu zu bewegen, die rechte Hand zu benutzen.

Doch Vorsicht ist geboten. Denn beim Umlernen gerät das Gehirn gehörig durcheinander. In der Forschung ist gar die Rede vom „massivsten unblutigen Eingriff“ in das menschliche Gehirn. Denn welche Hand ein Mensch bevorzugt benutzt, hängt damit zusammen, welche Gehirnhälfte dominant ist. Bei Linkshändern ist das die rechte Hirnhälfte, bei Rechtshändern die linke. Die Überlegenheit der Gehirnhälfte bezieht sich aber nicht nur auf motorische Funktionen, sondern ist auch die Grundlage besonderer Begabungen eines Menschen. Umerziehungsprozesse der Handlungshand können die Hirnprozesse empfindlich stören.

Viele Linkshänder haben in der frühen Kindheit selbst begonnen, sich „umzupolen“ , indem sie sich die Welt der Rechtshänder als Modell genommen haben. Die Folgen können weitreichend sein: Die geistigen Fähigkeiten, wie Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Belastbarkeit, Reaktionsfähigkeit, werden negativ beeinflusst, obwohl die ursprüngliche Intelligenz erhalten bleibt. Dem Pseudorechtshänder kann es geschehen, dass er zu stottern anfängt und als Folge schweigsam und äußerst vorsichtig wird, weil er sich nicht blamieren will. Für diese Menschen ist es wichtig, dass sie die Umschulung als mögliche Ursache für die Probleme erkennen.

Dr. Johanna Barbara Sattler, die seit vielen Jahren zu dem Thema forscht, und vor gut 20 Jahren die „Erste deutsche Beratungs- und Informationsstelle für Linkshänder und umgeschulte Linkshänder“ in München gründete, hat Merkmale beobachtet: Typisch für umgeschulte Linkshänder ist, dass sie in der Schule plötzlich nicht mehr vortragen können, was sie zu Hause noch genau wussten. Sie machen Flüchtigkeitsfehler, verdrehen Buchstaben und ganze Wörter, versprechen sich und neigen zu motorischen Schwierigkeiten. „Auf der einen Seite zeigen sie schlechte mündliche und schriftliche Leistungen und äußern sich eher wenig und unpräzise. Auf der anderen Seite überraschen sie wieder durch ihre plötzlichen und unerwartet guten Leistungen.“ So stellen sie den Lehrer vor Rätsel. Linkshänderberater helfen deshalb Pädagogen, Erziehern, Eltern, Linkshändern und auch Menschen, die wieder zurückschulen wollen. Sie testen auf Wunsch auch, welche Hand tatsächlich die bevorzugte ist und helfen dabei, eine verbesserte Schreibhaltung zu trainieren - zum Beispiel, wie man als linkshändiger Schüler vermeidet, mit dem Arm über die Tinte zu „schmieren“.

 www.linkshaender-beratung.org



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