Von SUSANNE HAPPE, 11.03.08, 10:58h, aktualisiert 11.03.08, 21:28h
Möglicherweise hat sich der entscheidende Zwischenfall schon vor etwa einem Jahr ereignet. Bei einer Rangelei um die Rangordnung wurde die Kuh damals von zwei anderen Elefanten in die Zange genommen und mit Kopfstößen gegen den Rücken angegriffen. Wenig später fand man blutigen Schleim. Deshalb hatten die Tierexperten schon seit geraumer Zeit Probleme nicht ausgeschlossen, obgleich die Untersuchung der Absonderungen keine besonderen Ergebnisse brachten. Die letzte Probe wird derzeit noch in einem Berliner Institut überprüft. Behlert betonte gestern: „Komplikationen sind bei Erstgebärenden - und das war die Kuh - nichts Ungewöhnliches. Totgeburten, Aborte und Aufzuchtprobleme werden öfter beobachtet.“ Nach der schwierigen Geburt von Marlar und den zwei komplikationslosen von Ming Jung und Maha Kumari sei der jetzige Vorfall „rein statistisch normal“, so der Kurator für die Elefanten. Zoo-Direktor Theo Pagel betont: „Bis jetzt waren wir vom Glück verfolgt, das ist nicht immer so. Die Mutter macht einen guten Eindruck, und das ist im Moment für uns das Wesentliche. Wir gehen jetzt in die nächste Runde und hoffen, dass es beim nächsten Mal klappt.“
Schlimmstenfalls hätte Shu Thu Zar an Vergiftung sterben können oder sie wäre unfruchtbar geworden, wenn das abgestorbene Jungtier als „Versteinerung“ ähnlich einer Mumie im Mutterleib geblieben wäre. Einen Kaiserschnitt hätten die Verantwortlichen nicht gewagt, weil Elefanten ein extrem schlechtes „Heilfleisch“ haben. Auch eine Ultraschall-Untersuchung wird möglichst vermieden, weil das bei den Tieren einen gewaltigen Stress auslöst.
Zoo-Chef Pagel kündigt an: „Die Totgeburt schlägt uns nicht nieder, das ist normal.“ Man schaue nun in die Zukunft. Im vergangenen Jahr habe Elefantenbulle Bindu mehrere Kühe gedeckt. In einiger Zeit werde man Aufschluss darüber haben, ob bald wieder Nachwuchs bei den Elefanten zu erwarten sei.
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