Erstellt 25.03.08, 17:28h, aktualisiert 25.03.08, 17:34h
Im Apfelland, der größten deutschen Community in Second Life, da macht sich keinerlei Langeweile breit. Während vormals das virtuelle Leben ein Liebling der Feuilletons großer Zeitungen war, in dem man den Mikrokosmos der Gesellschaft unter die Lupe nehmen wollte, so ist mittlerweile der User wieder das Zentrum des Geschehens. "Darwin", Avatar im Apfelland, weiß um die jüngsten Meldungen, dass das zweite Leben seine Blütezeit hinter sich hat - und widerspricht vehement. Die Marketingstrategien vieler Firmen waren in den Augen des Nutzers schlichtweg zu unkreativ und zu wenig durchdacht. Keiner möchte den Weg in eine Ersatz-Welt beschreiten, wenn ihm dort wieder nur Werbezettel und Plakatwände unter die virtuelle Nase gerieben werden. So scheiterten die Firmen vor allem daran, dass ihre Werbestrategien daran mangelten, worum es in Second Life vor allem anderen geht: Der Unterhaltung mit anderen Menschen. Statt persönliche Berater zu platzieren bauten Firmen mit großen Aufwand riesige Shops mit vielen Infos und wenig Wärme und Spaß.
So tummeln sich zwar mit 1,2 Millionen eingeloggter Benutzer mittlerweile weniger Menschen auf der virtuellen Plattform. Doch die finden ihren Spaß zielstrebig in Konzerten, beim Drachenfliegen oder beim simplen Chat. Der Traum vom Reichtum scheint hingegen ausgeträumt. Bei dem vielerlei der konkurrierenden Shops ist es für den einzelnen Händler immer schwieriger geworden, seine selbst erstellten Kleider an den Avatar zu bringen.
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22. April 2012,
E-Werk Köln