Von MANFRED REINNARTH, 13.04.08, 20:55h, aktualisiert 13.04.08, 21:54h
Kern der linken Szene zugeordnet
„Dann kam eine Gruppe von mindestens 50 Radfahrern an, die alle laut klingelten“, staunte eine Studentin. Sie schaute sich das Treiben an, von dem sie in der Uni schon per Aushang informiert worden war. „Ich weiß aber gar nicht, was die genau wollen, und normal sahen die alle nicht aus.“ Die Polizei ordnete den Kern der Demonstranten dem linken Spektrum zu. Etliche Teilnehmer trugen Perücken - wohl aus Sympathie zur „Rebellen-Clown-Armee“, die sich vor allem bei Demonstrationen der linken Szene zeigt.
„Gegen 18 Uhr waren es zunächst nur etwa 70 Personen, später dann aber rund 1000“, sagte Polizeisprecher Georg Kraushaar. Über das Internet hatten die Demo-Macher ihre Freiluftparty blitzschnell bekannt gemacht. Tische und Stühle wurden aufgestellt, und einige spielten sogar auf der Fahrbahn Federball - bis kurz nach Mitternacht.
Warum das alles, lässt ein Plakat erahnen, das den Spruch trug: „Reclaim the Streets - Die Verhältnisse zum Tanzen bringen - Freiräume erkämpfen und verteidigen.“ Der englischsprachige Teil beinhaltet die Aufforderung, die Straßen für sich in Besitz zu nehmen. Und genau das machten die Demonstranten ausgiebig - vor allem zum Leidwesen der Autofahrer, die nur schwer die Partymeile und die angrenzenden Viertel erreichen konnten.
Zu größeren Zwischenfällen kam es nicht. Die Polizei musste der Feuerwehr den Weg bahnen, als eine Gruppe der Feiernden auf der Straße ein kleines Feuer entfacht hatte. „Gegen die Teilnehmer der Demonstration ist ein Strafverfahren wegen Landfriedensbruch und Straftaten nach dem Versammlungsgesetz eingeleitet worden“, sagte Kraushaar.
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