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Politischer Paukenschlag

Von Wilfried Goebels, 15.04.08, 19:26h, aktualisiert 15.04.08, 20:59h

Ein politischer Paukenschlag: Mit ihrer unerwarteten Ganztagsoffensive in den Schulen vollzieht die Landesregierung einen Kraftakt, der von vielen Eltern seit langer Zeit herbeigesehnt wird. Nicht jeder Wunsch wird erfüllt werden, das gehört zur Wahrheit hinzu.

Ein politischer Paukenschlag: Mit ihrer unerwarteten Ganztagsoffensive in den Schulen vollzieht die Landesregierung einen Kraftakt, der von vielen Eltern seit langer Zeit herbeigesehnt wird. Nicht jeder Wunsch wird erfüllt werden, das gehört zur Wahrheit hinzu. Aber es ist ein Einstieg.

Nach den Hauptschulen soll nun auch ein Teil der Gymnasien und Realschulen zu Ganztagsschulen umgebaut werden. Nicht zuletzt die Anhebung der Wochenstundenzahl der Schüler als Folge des „Abiturs nach acht Jahren“ verlangt den Ausbau der Ganztagsbetreuung. Dies aber erfordert auch Mensen für Mittagessen.

Die SPD kritisiert nun, dass zwar 216 Realschulen und Gymnasien echte Ganztagsschulen werden, aber 800 weitere nur mit reiner Mittagsbetreuung im „Ganztag light“ abgespeist würden. Kein gutes Argument: Immerhin fängt die Koalition nach dem Tiefschlaf ihrer Vorgänger wenigstens an.

Mit dem Ganztags-Programm dürfte Schwarz-Gelb im Kommunalwahlkampf 2009 und bei der Landtagswahl 2010 vor Ort punkten. Die Koalition hat die Förderung von Kindern zum zentralen Anliegen erklärt: NRW steckt zusätzliche Millionen in Kindergärten, in Ganztagsschulen und hat 5000 weitere Lehrerstellen geschaffen.

Allerdings hat das neue „1000-Schulen-Programm“ einen Pferdefuß. Natürlich müssen die klammen Kommunen erst ihren Eigenbeitrag leisten, wenn das Land Mensen fördern soll. Und auch die Ankündigung, je Kreis und Großstadt im ersten Jahr jeweils ein Gymnasium und eine Realschule ganztags zu fördern, halten die Großen für ungerecht. Wenn der Bedarf nach Ganztagsbetreuung der Schüler größer ist als das Angebot, werden Härten nicht ausbleiben. Das Konzept aber bietet neue Chancen, Kinder bildungsferner Schichten zu erreichen und mehr Chancengleichheit zu erzielen.

Und ein anderer Aspekt ist nicht zu übersehen, den Rüttgers ansprach: „Jetzt gibt es was zwischen die Kiemen.“ Für so manches Kind dürfte ein warmes Essen mittags, das nicht aus Fastfood besteht, nicht der Normalfall sein.



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