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Elegante Form der Zensur

Erstellt 18.04.08, 20:47h

Vom 23. bis 27. April zeigt das Internationale Frauenfilmfestival in Köln 95 Filme aus 30 Ländern. Das Fest findet abwechselnd in der Domstadt und Dortmund statt. Thomas Linden sprach mit Chefin Silke J. Räbiger.

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Das Frauenfilmfestival legt den Akzent auf China
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Das Frauenfilmfestival legt den Akzent auf China

Wie fühlen Sie sich kurz vor Festivaleröffnung?

Etwas schlapp. Die Vorbereitung ist geleistet, jetzt folgt das Warten auf die großen oder kleinen Katastrophen. Viele Regisseurinnen werden in Köln erwartet, und da kommt es dann schon einmal vor, dass jemand früher abreisen oder später kommen will; was bei Fernreisen nicht einfach zu organisieren ist.

Was ist das Besondere dieses Festivals?

Das Panorama. Eine Sektion, in der die aktuellen Filme von Frauen zu sehen sind. Wir haben weltweit gesichtet und konnten diesmal aus vielen guten Arbeiten auswählen. Häufiges Thema sind Kinder, allein aufwachsende oder verlassene Kinder. Wobei die Filme keineswegs immer traurig daherkommen, viele besitzen eine heitere Note.

China ist ein Schwerpunkt. Gibt es überhaupt Filme, die sich kritisch mit der chinesischen Gesellschaft beschäftigen - und wenn ja, wie kommt man an der Zensur vorbei?

Da sind schon alle Vorurteile formuliert, die in den letzten Wochen auf uns zukamen. Seit den Unruhen in Tibet wird die Berichterstattung massiv eingeschränkt, aber mit der Zensur in China waren wir nicht konfrontiert. Alles war möglich, wir konnten sehen, was wir wollten. Es handelt sich hier auch eher um eine elegante Form der Zensur. Die Filme, die wir zeigen, wurden frei produziert, sie haben nichts mit dem staatlichen Filmsystem zu tun. Sie besaßen in China so gut wie keine Abspielmöglichkeiten, sondern wurden - wie „Lost in Beijing“ von Li Yu - fast nur im Ausland gezeigt, etwa auf Festivals.

Eine Tradition aus Feminale-Zeiten hat die Sektion Quer-Blick. Wird sie zum Anziehungspunkt für die Subkultur?

Das wird sich zeigen. Intersexuelle Themen kommen in vielen Filmen vor, das haben wir beim Sichten festgestellt. Zum Beispiel in unserem argentinischen Eröffnungsfilm „XXY“ oder „Shes a Boy I know“ einer kanadisch-chinesischen Koproduktion. Eine erfreuliche Entwicklung, weil man nun nicht mehr so tun kann, als ob es sich hier um Sonderfälle des Lebens handelte. Die Zeit ist reif, dass intersexuelle Themen nicht mehr in dunkle Ecken abgeschoben werden. Es ist schon eine gute Mischung, die sich in unserem Programm gefunden hat.

Karten Telefon 0231-50 25 162.

 www.frauenfilmfestival.eu



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