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Gefährliche Rauschzustände aus dem Labor

Erstellt 30.04.08, 22:13h

Die Droge LSD bereitet den Drogenbeauftragten der Bundesregierung heute nur am Rande Sorgen. Selten wird noch zu dem Rauschmittel der Hippies gegriffen. 2006 nahmen lediglich 0,2...

Die Droge LSD bereitet den Drogenbeauftragten der Bundesregierung heute nur am Rande Sorgen. Selten wird noch zu dem Rauschmittel der Hippies gegriffen. 2006 nahmen lediglich 0,2 Prozent der 18- bis 39-jährigen Drogenkonsumenten LSD, 0,9 Prozent griffen zu Ecstasy , aber über neun Prozent zu Cannabis.

LSD zählt zu den Halluzinogenen, ist aber im Gegensatz zu Stoffen wie PCP („Angel Dust“) nur ein halbsynthetischer Stoff. Phencyclidin (PCP) kam in den 50er Jahren in den USA als Schmerzmittel auf den Markt. Klinische Tests zeigten aber, dass die Patienten angstbesetzten Halluzinationen ausgesetzt sind. 1965 wurde das Mittel zurückgezogen. Später tauchte es in der Drogenszene wieder auf. PCP wird als weißes Pulver geschnupft oder als Tablette konsumiert. Ähnliche Wirkungen hat Ketamin (Ketaminchlorid), das vor allem in der Notfall-Medizin als Narkose-Mittel eingesetzt wird. Daher wird Ketamin ebenfalls als Droge missbraucht. Nebenwirkungen beim Aufwachen können Halluzinationen oder Wahnvorstellungen sein.

Ecstasy und Amphetamine (Speed) haben stimulierende Wirkung. Bei Ecstasy-Tabletten ist die Substanz Methylendioxy-N-methylamphetamin der entscheidende Wirkstoff. Als Speed wird der Cocktail aus Amphetamin, Methamphetamin sowie Ephedrin, Koffein und Verschnittstoffe (Milch- und Waschpulver etc.) bezeichnet. Der größte Teil der 2007 beschlagnahmten Drogen (830 Kilo Meth- / Amphetamine; rund 960 000 Ecstasy-Tabletten, oft für wenige Euro gehandelt) stammten aus illegalen Laboren in den Niederlanden.

Bei Crack wird das pulverförmige Kokainhydrochlorid mit Backpulver und Wasser vermengt. Es bleiben weiß-gelbliche Kristalle (rocks) zurück, die aufgrund der knackenden Geräusche beim Rauchen als Crack bezeichnet werden.

Wenn es um Ecstasy oder LSD geht, sagen weit über 90 Prozent der 12- bis 17-Jährigen, von diesen Drogen grundsätzlich die Finger lassen zu wollen. 2001, also zu Hochzeiten der Techno-Bewegung, gaben hingegen noch 12 Prozent an, sie könnten es sich zumindest vorstellen, Ecstasy mal zu versuchen. Vier Prozent haben allerdings bereits Ecstasy- oder Speed-Erfahrung, zwei Prozent Erfahrungen mit LSD. Noch radikaler abgelehnt als synthetische Drogen wird unter Jugendlichen nur noch Heroin. Andererseits schließen laut der entsprechenden Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 47 Prozent ein „Antesten“ von Cannabis nicht aus, 31 Prozent haben schon Cannabis-Erfahrungen.

Das mit Abstand größte Suchtproblem unter Jugendlichen bleibt der Alkohol . 18 Prozent der 12 bis 17-Jährigen geben an, pro Woche mindestens einmal Alkohol zu trinken. 30 Prozent sagen zwar, nie Alkohol zu konsumieren, aber ebenso viele haben bereits einen Rausch hinter sich - die Hälfte von ihnen bereits mehrfach.

Die Annahme, synthetische Drogen machten nicht abhängig, ist irreführend. Das Bundesgesundheitsministerium warnt davor, sie als Partydrogen zu verharmlosen. Bei Crack wird eine hohe psychische Abhängigkeit festgestellt, weil der Rausch nur kurz anhält. LSD-Konsum kann schwere physische Schäden hervorrufen. Bei Speed und Ecstasy können körperliche Warnsignale übersehen werden. Es drohen daher Herzinfarkt und Schlaganfall - auch bei Jugendlichen. Ralph Kohkemper



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