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Polizisten geschlagen und getreten

Von DANIEL TAAB, 16.05.08, 19:18h

Nach tumultartigen Szenen im Bezirksrathaus Ehrenfeld ermittelt die Polizei gegen drei Mitglieder der „Bürgerbewegung pro Köln“. Während einer Info-Veranstaltung der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Gruppierung zur geplanten Moschee sollen Polizisten geschlagen und getreten worden sein.

Nach tumultartigen Szenen am Donnerstagabend im Bezirksrathaus Ehrenfeld ermittelt die Polizei gegen drei Mitglieder der „Bürgerbewegung pro Köln“. Während einer Info-Veranstaltung der vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Gruppierung zur geplanten Moschee sollen Polizisten geschlagen und getreten worden sein. Außerdem soll eine 28-jährige Türkin von „pro Köln“-Mitglied Jörg Uckermann verletzt worden sein. Wie die Rundschau erfuhr, soll der ehemalige CDU-Politiker ihr in den Bauch getreten haben. Weiteren Teilnehmern der Veranstaltung wird vorgeworfen, der Türkin an den Haaren gezogen und sie die Treppe zum Ausgang heruntergezerrt zu haben. „Es wurden drei Anzeigen wegen des Verdachts der Körperverletzung gefertigt“, sagte ein Polizeisprecher, darunter eine gegen Uckermann.

Zwei Polizisten, die bereits beim Betreten des Rathauses von Ordnern attackiert wurden, waren Augenzeugen der Auseinandersetzung zwischen Uckermann und der 28-Jährigen. Uckermann habe die Frau fotografieren wollen, doch die habe ihre Hand vor die Linse gehalten. Daraufhin sei es zu einer Rangelei gekommen. Eine Polizistin, die die Kontrahenten trennen wollte, bekam einen Tritt in den Rücken. „Was die 28-Jährige im Rathaus wollte, ist nicht geklärt“, sagte der Polizeisprecher.

Auf Nachfrage der Rundschau bestritt Uckermann die Vorwürfe. Es sei „absolut ausgeschlossen“, dass er die Türkin getreten habe. Der Politiker sprach von einer „bösartigen Verleumdung“ und von „Schwachsinn“. Die Zivilpolizisten legten aber schriftlich nieder, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um Uckermann handelt.

Der Übergriff auf die Zivilbeamten war der zweite Aufreger an diesem Abend. Zwei Personen, die sich am Eingang des Rathauses als Ordner ausgaben, hatten zuvor die Polizisten daran gehindert, das Gebäude zu betreten. Es kam auch hier zu einer Auseinandersetzung. „Einem Beamten wurde der Arm umgedreht. Außerdem traf einen Polizisten ein Faustschlag“, sagte ein Ermittler. Auch der Dienstausweis der Beamten habe die Ordner, die „pro Köln“ zugeordnet werden, nicht überzeugt.

Die Aufregung an der Tür rief auch Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) auf den Plan. Als Ehrenfelder Bezirkspolitiker gehindert wurden, das Rathaus zu betreten, drohte die Situation zu eskalieren. Wirges wurde gerufen und gebeten zu helfen. Er sorgte dafür, dass die Politiker durch einen Nebeneingang in das Gebäude kamen. Auch gestern war Wirges noch entsetzt: „Es ist erschreckend und unerträglich, was sich da abgespielt hat.“ Es könne nicht sein, „dass das Rathaus ein Beutestück einer rechtsgerichteten Organisation wird“. Schließlich habe „pro Köln“ allenfalls über den Versammlungsraum Hausrecht gehabt.



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