Von DANIEL TAAB, 19.05.08, 20:52h
Während der Aktuellen Stunde zu den Vorfällen am vergangenen Donnerstag im Ehrenfelder Rathaus war es immer wieder zu Störungen durch Uckermann gekommen. Nach drei Ordnungsrufen und mehreren Ermahnungen sagte Wirges: „Verlassen Sie den Saal“. Der Ehrenfelder Bürgermeister forderte dann zunächst die eigens für die Sitzung einbestellten privaten Sicherheitskräfte auf, Uckermann zu entfernen. Doch der sagte zu den Ordnern: „Fassen Sie mich nicht an“. Dann kam die Polizei, und der frühere CDU-Mann musste ein Stück mitsamt Stuhl fortgetragen werden, bis er selber widerwillig den Raum verließ. Auf dem Flur debattierte er danach fleißig mit den Beamten.
Hintergrund der „Aktuellen Stunde“ waren die Vorkommnisse bei der Veranstaltung der „Bürgerbewegung pro Köln“ am Donnerstag. Wie berichtet waren dabei zwei Polizisten und eine türkische Studentin verletzt worden. Die Polizei ermittelt deswegen gegen drei „pro Köln“-Mitglieder wegen des Verdachts der Körperverletzung, darunter auch Jörg Uckermann. Der soll nach Angaben eines Polizeisprechers in Kürze zu den Vorwürfen vernommen werden. „Er muss nicht persönlich auf der Wache erscheinen. Er kann auch seinen Anwalt für sich sprechen lassen“, so der Sprecher weiter. Der Beschuldigte soll einer Türkin in den Unterleib getreten haben. Uckermann bestreitet die Tat.
Im Gespräch mit der Rundschau forderte Bezirksbürgermeister Wirges gestern, dass das Rathaus in Ehrenfeld durch einen Wachdienst geschützt werden soll. „Es darf nicht mehr dazu kommen, dass vor und in dem Gebäude Personen misshandelt werden“, so Wirges. Unterstützung fand Wirges durch Bürgeramtsleiter Hans Joachim Bartelt. „Es ist zu befürchten, dass Sicherheit und Ordnung künftig im Rathaus nicht mehr gewährleistet sind“. Die Stadt wolle nach den Vorfällen am Donnerstag prüfen, ob sie Anzeige gegen den Veranstalter wegen Hausfriedensbruchs erstatten wird.
Neben dem Wachdienst im Rathaus will Bürgermeister Wirges außerdem erreichen, dass „pro Köln“ Fraktionsräume außerhalb des Gebäudes zugewiesen werden. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. „Es ist eine ernsthafte Überlegung. Dies wäre mir angesichts der Vorfälle sehr recht. Aber eine Entscheidung steht noch aus“, betonte Wirges.
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