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Debakel für Deutschland beim Grand Prix

Von TORSTEN SÜLZER, 09.02.09, 19:07h

Die "No Angels" erhielten beim Eurovision-Wettbewerb magere 14 Punkte. Damit teilten sie sich mit Großbritannien und Polen den letzten Platz. "Wir haben uns mehr gewünscht", zeigte sich die Gruppe enttäuscht.

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Brachte den Sieg nach Russland: Sänger Dima Bilan. (Bild: dpa)
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Brachte den Sieg nach Russland: Sänger Dima Bilan. (Bild: dpa)
Belgrad - Der Grand Prix 2008 war aus deutscher Sicht schon wieder ein Schlag ins Wasser: Unsere „No Angels“ teilen sich mit Großbritannien und Polen den allerletzten Platz. Auf der Haben-Seite: magere 14 Pünktchen, davon zwei aus der Schweiz und zwölf auf Bulgarien. Dort sitzt Bandmitglied Lucy Diakowska, gebürtige Bulgarin, bei einer TV-Show in der Jury. . .

„Natürlich sind wir traurig wegen der Platzierung. Wie die Länder abgestimmt haben, müssen wir so hinnehmen - wir haben uns mehr gewünscht“, sagten die No Angels nach der Sendung.

Rund 100 Millionen Menschen sahen sich weltweit die 53. Ausgabe des „Eurovision Song Contest“ (ESC) im Fernsehen an. In Deutschland wollten durchschnittlich 6,38 Millionen (Marktanteil: 27,9 Prozent) Menschen wissen, mit welchen Liedern, Künstlern und Show-Einlagen sich die 25 Finalisten in der serbischen Hauptstadt präsentierten. Zwischenzeitlich schalteten fast acht Millionen zur ARD-Übertragung.

Jubel gab's in Russland: Dima Bilan („Believe“) gewann mit Abstand vor der Ukraine, selbstverständlich mit zahlreichen Punkten aus Osteuropa, aber nicht nur. Die Russen hatten nichts dem Zufall überlassen: Neben dem Sänger, der 2006 hinter „Lordi“ Zweiter geworden war, tänzelte Eislaufstar, Olympiasieger und Weltmeister Jewgeni Pluschenko auf Schlittschuhen. Dazu spielte der Geigenvirtuose Edvin Marton auf einer Stradivari. Den russischen Titel hat Weltstar Timbaland produziert, und Dima Bilan wurde vor dem ESC mit einer millionenschweren PR-Kampagne in Europa bekannt gemacht.

Ansonsten steckten in der Wundertüte ESC die gleichen Überraschungen wie immer: Windmaschinen, Pyro-Technik, Tänzerinnen als Hingucker und jede Menge Vorträge, die ganz Europa schon heute vergessen hat. Erinnern wird man sich aber an die eine oder andere Figur: an den Spanier Rodolfo Chikilicuatre mit seiner Spielzeuggitarre, an den rappenden 75-jährigen Kroaten oder an das Beton-Gesicht der Schwedin Charlotte Perrelli, an vollbärtige Französinnen oder den absurden Auftritt des Bosniers Laka.

Schon heute wollen die Zuständigen beim NDR die Vorbereitungen für den ESC 2009 aufnehmen. Vielleicht geht man das Wettsingen in Zukunft etwas distanzierter an. Dann könnte man sich einfach zurücklehnen und an einem in dieser Form einmaligen Skurrilitäten-Kabinett ergötzen - zu gewinnen gibts für Deutschland in den nächsten Jahren wohl eh nichts mehr.



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