Von TORSTEN SÜLZER, 09.02.09, 19:07h
„Natürlich sind wir traurig wegen der Platzierung. Wie die Länder abgestimmt haben, müssen wir so hinnehmen - wir haben uns mehr gewünscht“, sagten die No Angels nach der Sendung.
Rund 100 Millionen Menschen sahen sich weltweit die 53. Ausgabe des „Eurovision Song Contest“ (ESC) im Fernsehen an. In Deutschland wollten durchschnittlich 6,38 Millionen (Marktanteil: 27,9 Prozent) Menschen wissen, mit welchen Liedern, Künstlern und Show-Einlagen sich die 25 Finalisten in der serbischen Hauptstadt präsentierten. Zwischenzeitlich schalteten fast acht Millionen zur ARD-Übertragung.
Jubel gab's in Russland: Dima Bilan („Believe“) gewann mit Abstand vor der Ukraine, selbstverständlich mit zahlreichen Punkten aus Osteuropa, aber nicht nur. Die Russen hatten nichts dem Zufall überlassen: Neben dem Sänger, der 2006 hinter „Lordi“ Zweiter geworden war, tänzelte Eislaufstar, Olympiasieger und Weltmeister Jewgeni Pluschenko auf Schlittschuhen. Dazu spielte der Geigenvirtuose Edvin Marton auf einer Stradivari. Den russischen Titel hat Weltstar Timbaland produziert, und Dima Bilan wurde vor dem ESC mit einer millionenschweren PR-Kampagne in Europa bekannt gemacht.
Ansonsten steckten in der Wundertüte ESC die gleichen Überraschungen wie immer: Windmaschinen, Pyro-Technik, Tänzerinnen als Hingucker und jede Menge Vorträge, die ganz Europa schon heute vergessen hat. Erinnern wird man sich aber an die eine oder andere Figur: an den Spanier Rodolfo Chikilicuatre mit seiner Spielzeuggitarre, an den rappenden 75-jährigen Kroaten oder an das Beton-Gesicht der Schwedin Charlotte Perrelli, an vollbärtige Französinnen oder den absurden Auftritt des Bosniers Laka.
Schon heute wollen die Zuständigen beim NDR die Vorbereitungen für den ESC 2009 aufnehmen. Vielleicht geht man das Wettsingen in Zukunft etwas distanzierter an. Dann könnte man sich einfach zurücklehnen und an einem in dieser Form einmaligen Skurrilitäten-Kabinett ergötzen - zu gewinnen gibts für Deutschland in den nächsten Jahren wohl eh nichts mehr.
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