Von STEFAN KEGEL, 05.05.08, 18:17h, aktualisiert 05.05.08, 19:57h
Als Ursachen nennt die Drogenbeauftragte den Einfluss der Gesellschaft. „Was leben wir jungen Menschen vor?“, fragt sie. Nicht nur Eltern und Nachbarn prägten die Konsummuster der Jugendlichen, sondern auch das Verhalten in Vereinen oder von Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, etwa Musiker und Schauspieler. Zudem sei Alkohol überall verfügbar.
Auch die Werbung trage zum Alkoholmissbrauch bei, klagte Bätzing. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Alkoholwirtschaft funktioniere nicht. Stattdessen würden gezielte Werbeaktionen gestartet, die Lebenswelten der Jugendlichen träfen sowie mit Humor und bestimmten Vorbildern arbeiteten. „Wir wollen die Selbstkontrolle stärken“, erklärte Bätzing. Von einem Alkoholwerbe-Verbot halte sie allerdings nichts.
Als bedenklich bezeichnete sie auch den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft. Jedes Jahr kämen 10 000 Babys mit Schäden zur Welt, die durch den Alkoholkonsum der Mutter entstanden seien, 4000 davon mit dem besonders schweren fetalen Alkoholsyndrom.
Ein positives Resümee zog die Drogenbeauftragte aus der Umsetzung der Rauchverbote. Nachdem der Bund im September bereits das Rauchen in Bundesgebäuden und der Bahn verboten hatte, werden bis 1. Juli 2008 alle Länder mit Nichtrauchergesetzen nachgezogen haben. Einer Emnid-Umfrage zufolge begrüßten 71 Prozent der Bevölkerung die Neuregelungen. Bätzing gehen die Regelungen allerdings noch nicht weit genug. „Wir appellieren an die Länder, die Ausnahmeregelungen zu überdenken“, betonte sie.
Erfreulich nannte es Bätzing, dass die Zahl der jugendlichen Raucher zwischen 12 und 17 Jahren weiter sank. Sie liegt bei 18 Prozent; vor sieben Jahren rauchten noch 28 Prozent. Bei den Erwachsenen ist es jeder Dritte.
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