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Fernsehmacher an der Dialyse

Von EVELINE KRACHT, 28.05.08, 21:26h

Sie machen Redaktionskonferenz am Krankenbett, diskutieren die Themen der nächsten Sendung, drehen eigene Beiträge und schneiden ihre Filme selbst am PC - und das alles...

Sie machen Redaktionskonferenz am Krankenbett, diskutieren die Themen der nächsten Sendung, drehen eigene Beiträge und schneiden ihre Filme selbst am PC - und das alles während der Dialyse. Chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche der Uni-Klinik machen neuerdings Fernsehen im Internet: „ www.nephro-tv“ ist eine echte Weltpremiere und ein Projekt, „mit dem die jungen Patienten die Zeit während der Nierenwäsche besser nutzen können“, wie der Leiter der Kindernephrologie, Professor Dr. Bernd Hoppe, sagt. In acht- bis zehnminütigen Filmen erzählen die Dialysepatienten von ihrer Krankheit, wie sie damit zurechtkommen, welche Wünsche und Probleme sie haben und was sie am liebsten tun. Dabei sind sie mal die Filmemacher, mal die Hauptdarsteller.

Frederic, elf Jahre, wartet zum Beispiel auf ein zweites Spenderorgan, wie er dem „Kameramann“ der Station eloquent schildert. Dann ist der Junge beim Fußballtraining und als 500-Meter-Läufer beim Marathon im Bild. Magda (19) moderiert den Beitrag an und ab - souverän wie ein Profi. „Die haben echt ihr Späßchen dabei“, freut sich Hoppe, der das einzigartige Projekt gemeinsam mit der Kölner IT-Firma AniManiacs von Marcus Bauer entwickelt hat. Die Firma stellt, bislang ehrenamtlich, das „Schulungspersonal“ für die Kinder zur Verfügung, der Verein Renniere hat „nephro-tv“ schon mit dem Förderpreis 2008 ausgezeichnet, so dass durch die 6000 Euro Preisgeld die Anschubfinanzierung gesichert ist. Schließlich hegt der Sender bereits Expansionspläne. Das Interesse anderer Kliniken für Kindernephrologie ist groß. Hoppe: „Während der drei- bis fünfstündigen Dialyse bietet das Internet-Projekt ja nicht nur Abwechslung, sondern auch die Chance, die für die Kinder später vielleicht wichtigen Arbeitsbereiche IT und neue Medien kennen zu lernen.“

Übrigens: Nicht nur für andere nierenkranke Kinder sind die Beiträge der eifrigen Drehbuchautoren, Regisseuren und Moderatoren hochinteressant. Auch Erwachsene, die sich noch nicht mit Nierenversagen, Dialyse und Transplantation beschäftigt haben, dürften beeindruckt sein, wie die jungen Patienten ihr Schicksal meistern. (KE)



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