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Neues Datenschutzgesetz

Schufa: Gefahr für den Kreditmarkt

Von MARKUS GRABITZ, 04.06.08, 21:04h, aktualisiert 04.06.08, 21:08h

Die Schufa warnt vor den negativen Folgen des geplanten Datenschutzgesetzes für den Kreditmarkt. „Banken werden sich zurückziehen, Kredite werden zu schlechteren Konditionen angeboten“, so Schufa-Chef Rainer Neumann.

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Die Schufa warnt vor den negativen Folgen des neuen Datenschutzgesetzes für den Finanzmarkt. (Bild: dpa)
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Die Schufa warnt vor den negativen Folgen des neuen Datenschutzgesetzes für den Finanzmarkt. (Bild: dpa)
BERLIN. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) warnt vor steigenden Kreditzinsen, falls die Koalition an den Plänen für das neue Datenschutzgesetz festhält. Schufa-Chef Rainer Neumann sagte: „Banken werden sich zurückziehen, Kredite werden zu schlechteren Konditionen angeboten.“ Neumann stößt sich besonders daran, dass Auskunfteien künftig verpflichtet werden sollen, negative Einträge wie etwa die Kündigung eines Kreditvertrages zurückzunehmen, wenn Kunden den Sachverhalt bestreiten. Dies könne dazu führen, dass die Wirtschaft Auskünfte der Schufa nicht mehr als so zuverlässig betrachte und vorsichtiger bei der Kreditgewährung werde.

Neumann forderte den Gesetzgeber dazu auf, die Folgen zu bedenken: „Zuverlässige Informationen über die Bonität von Kunden sind entscheidend für eine effiziente Kreditvergabe.“ Kredite spielten eine große wirtschaftliche Bedeutung für den Binnenkonsum: Derzeit hätten sie etwa ein Volumen von 300 Milliarden Euro. Dabei sind die Immobilienkredite nicht eingerechnet.

Die Schufa warnt zudem vor einem Wildwuchs von Auskunfteien, falls der Gesetzentwurf nicht nachgebessert werde. Der Gesetzentwurf sehe bisher keine staatliche Kontrolle der Auskunfteien vor. So bestehe die Gefahr, dass sich die Zahl der Auskunfteien in Deutschland - derzeit gibt es sechs - massiv erhöht und niemand darüber wache, welche Bonitätsdaten der Bürger in welche Hände weitergegeben werden. Deswegen fordert Neumann, dass die Zulassung von Auskunfteien künftig gesetzlich geregelt werden soll.

Richtig findet Neumann, dass die Koalition die Transparenz der gespeicherten Daten erhöhen will. Die Bürger müssten jederzeit abfragen können, welche Daten von ihnen gespeichert sind. Bei der Schufa, die über Finanzdaten zur Bewertung der Bonität von rund 64 Millionen Bundesbürgern verfügt, sieht ihr Chef im Übrigen keinen Mangel an Transparenz: Die Schufa habe schon lange ihre Hausaufgaben gemacht. Zum einen: In Schufa-Geschäftsstellen könne jeder Einblick in die Daten nehmen, die unter seinem Namen gesammelt sind. Zudem gibt es die Möglichkeit, gegen 7,80 Euro eine einmalige und sehr detaillierte Selbstauskunft zu erhalten. Diese Selbstauskünfte sind meist zur Weitergabe an Vermieter oder Arbeitgeber gedacht. Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, im Internet seine Daten abzurufen. Wer sich gegen eine Gebühr von 15,60 Euro er registrieren lässt, kann jederzeit Einblick in seine aktuellen Daten nehmen.

 www.meineschufa.de




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