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„Kultur statt Shoppingcenter“

Erstellt 17.06.08, 07:19h

Der Bonner City-Einzelhandel verschärft seinen Druck, um das geplante Einkaufszentrum im Haus der Stadtwerke zu verhindern. Gestern überreichten Vertreter des Vereins...

BONN. Der Bonner City-Einzelhandel verschärft seinen Druck, um das geplante Einkaufszentrum im Haus der Stadtwerke zu verhindern. Gestern überreichten Vertreter des Vereins city-marketing Stadtbaurat Werner Wingenfeld Unterschriften von 110 Kaufleuten, die damit ihr Unverständnis über das Vorhaben ausdrücken. Gleichzeitig erhielten die Stadtverordneten einen offenen Brief von city-marketing, in dem sie aufgefordert werden, der Ausweitung der City nicht zuzustimmen. Nur wenn, wie von der OB vorgeschlagen, das Zentrenkonzept, das die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel begrenzt, bis zur Beethovenhalle / Festspielhaus ausgedehnt wird, hat der Investor OFB Projektentwicklung GmbH eine Chance, dort das etwa 18 000 Quadratmeter große Shoppingcenter „Beethoven-Galerie“ mit Saturn als Hauptmieter zu bauen.

Vorrangig sei vielmehr, am Hauptbahnhof „endlich eine Lösung zu finden“, so city-marketing-Vorsitzender Oliver Hoffmann nach dem Besuch bei Wingenfeld. „Bonner Politiker, entsorgt erst den alten Müll Südüberbauung / Bahnhofsvorplatz, bevor Ihr neuen produziert: Kein Einkaufscenter Stadtwerke“, heißt es drastisch in einem Aufruf des Vereins, der gestern publiziert wurde. Die „Beethoven-Galerie“ sei nicht in den funktionierenden Einkaufsstandort City integriert. Das Argument, das Zentrum liege ja nur knapp 100 Meter vom Stadtwerke-Haus entfernt, lässt Hoffmann nicht gelten: „Kunden fahren dort in die Tiefgarage, gehen durch die Galerie, kaufen ein und fahren wieder nach Hause, ohne frische Luft gesehen zu haben oder in die Innenstadt gegangen zu sein.“

Ein Elektromarkt, der in der City fehle, könne am Hauptbahnhof angesiedelt werden. In die Nähe des Festspielhauses hingegen passe kein Einkaufszentrum, sondern „deutlich besser“ eine „Kulturinsel“. Vorsitzender Hoffmann: „Ein architektonisches und kulturelles Markenzeichen von höchster Qualität wie das Festspielhaus wird durch ,Geiz ist geil entwertet.“

Trotz aller Differenzen schieden Wingenfeld und die Kaufleute sachlich-versöhnlich: „Auf gute weitere Zusammenarbeit trotz aller unterschiedlichen Meinungen“, sagte der Stadtbaurat. Und Hoffmann versicherte: „Wir schlagen die Tür nicht zu.“ (dbr)



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