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Spieler legen für den Bus zusammen

Erstellt 27.06.08, 23:00h

Die abstiegsbedrohten American-Footballer der Bonn Gamecocks empfangen am Samstag (16 Uhr, Stadion Pennenfeld) mit den Berlin Rebels einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Dominik Kortus sprach mit Trainer Holger Raulfs über die kommende Partie, fortschrittliche Trainingsmethoden und den Organisationsaufwand für eine Mannschaft mit 50 Spielern.

Die abstiegsbedrohten American-Footballer der Bonn Gamecocks empfangen am Samstag (16 Uhr, Stadion Pennenfeld) mit den Berlin Rebels einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt in der Zweiten Liga. Dominik Kortus sprach mit Trainer Holger Raulfs über die kommende Partie, fortschrittliche Trainingsmethoden und den Organisationsaufwand für eine Mannschaft mit 50 Spielern.

Kann das Spiel gegen Berlin schon eine Vorentscheidung bedeuten?

Das kann durchaus sein. Wir müssen Berlin schlagen, wenn wir noch eine Chance haben wollen. Wir hatten sehr viel Pech in dieser Saison, aber dennoch bin ich guter Hoffnung, dass wir gewinnen werden.

Wo lag Ihrer Meinung nach das Hauptproblem?

Wir haben ein sehr junges Team, von daher mussten wir unserer mangelnden Erfahrung Tribut zollen. Mittlerweile hatten wir aber so viele dramatische und nervenaufreibende Spiele, dass das nicht mehr unser Problem sein sollte. Wir sind in diesem Bereich stabiler geworden.

Wie sieht denn die Vorbereitung auf ein solch wichtiges Spiel aus?

Eigentlich ganz normal. Anfang der Woche trifft sich das Trainerteam, dann analysieren wir per Video unser letztes Spiel und den kommenden Gegner. Daraufhin richten wir dann unseren Trainingsplan in der Woche aus.

Das hört sich alles sehr professionell an.

Ist es eigentlich auch. Was beispielsweise Jürgen Klinsmann bei der deutschen Nationalmannschaft eingeführt hat, machen wir teilweise schon sehr lange. Besonders in athletischen Dingen sind die Amerikaner sicherlich moderner.

Wie haben Sie die ganze Aufregung gesehen, als Jürgen Klinsmann einen amerikanischen Fitnesscoach engagierte?

Eigentlich habe ich da nur geschmunzelt. Man muss sich doch mal überlegen: Wie kann ich denn jahrelang in einer in Deutschland so wichtigen Sportart wie Fußball auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse verzichten? Aber in diesem Bereich scheint der Fußball ein bisschen konservativer zu sein als der American Football.

Auch im organisatorischen Aufwand dürften sich die beiden Sportarten unterscheiden. Immerhin stehen in ihrem Kader 50 Aktive.

Natürlich ist das eine Menge mehr Arbeit. Aber ich habe ja auch viel Hilfe. Immerhin gehören zu unserem Team sechs Trainer, mehrere Betreuer, eine Physiotherapeutin und mehrere Helfer, die das Spiel auf Kamera aufzeichnen und Statistiken führen. Aber dennoch muss vieles minutiös geplant werden. Alleine das Spielfeld aufzubauen, dauert eine halbe Stunde.

Wie laufen denn die Auswärtsfahrten ab? So viele Leute sind doch schwer in einen Bus zu bekommen?

Alles in allem haben wir 70 Leute, die mit zu den Auswärtsbegegnungen müssen. Aber da schon immer der eine oder andere verletzungs- oder berufsbedingt nicht mitspielen kann, schaffen wir es eigentlich immer mit einem Bus zu fahren. Die Alternative wäre, aus den besten Spielern ein Auswärtsteam zu bilden, das dann ohne die anderen zu den Auswärtsspielen fährt. Das wird zum Beispiel an den US-Colleges praktiziert.

Und wie wird dieser enorme Aufwand finanziert?

Hauptsächlich durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoren, aber für den Bus beispielsweise legen Spieler und Trainer zusammen. Da bezahlt dann jeder seine zehn oder zwanzig Euro in den Topf und dann geht's los.



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