Erstellt 28.06.08, 07:06h
Allgemein sei bekannt, dass Täter Kindern drohten. Diese fühlten sich schuldig, schämten sich. Was aber könne man tun, um dieses Schweigen aufzubrechen? In Schulen und auch zu Hause soll mehr über Grenzüberschreitung gesprochen werden. Kinder müssen früh genug lernen, Nein zu sagen und den Mut aufzubringen, sich einem Menschen anzuvertrauen, sagen die Eltern und empfehlen, man solle hinschauen und über das Thema reden.
Vielleicht schaffe es die Politik ja irgendwann, Präventionstheater für jede Schule zu finanzieren und Hilfe von Psychologen und anderen Beratungsstellen anzubieten, meinen die Eltern, die auch fordern, der Staat solle Lehrern während ihres Studiums eine angemessene Ausbildung zum Thema Sexueller Missbrauch angedeihen lassen.
Unfassbar ist für die Eltern der Opfer, dass der des Missbrauchs beschuldigte 28-Jährige sechs bis acht Jahre Gelegenheit gehabt habe, seine Neigungen unbemerkt auszuleben. Es gebe zahlreiche weitere Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs, auch an einer Grundschule in Rheinbach, in der der Mann gearbeitet habe. Auch nach Abgabe des Ermittlungsverfahrens gegen den Mann an die Staatsanwaltschaft hatte es weitere Strafanzeigen gegen den Tatverdächtigen gegeben, war aus der Kreispolizeibehörde Euskirchen zu hören.
Die Eltern aus dem Euskirchener Stadtteil, deren Kinder den Fall ins Rollen brachten, machen sich aber nicht nur Sorgen um die gequälten Seelen ihrer eigenen Kinder, sondern auch um die der Kinder, die sich noch nicht offenbart haben. Alle möglicherweise betroffenen Eltern stehen in der Verantwortung zu erkennen, in welchem Umfang ihre Kinder Hilfe benötigen. Es liegt uns am Herzen, diese Kinder auch zu schützen und ihnen zu helfen, das Erlebte zu verarbeiten, sagte ein Vater zur Rundschau und mahnte Hätten nicht einige Kinder den Mut gehabt, über die unglaublichen Vorfälle zu reden, würde der sexuelle Missbrauch wohl noch immer stattfinden. (bz)
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