Von Nadine Gottmann, 02.07.08, 22:54h
Der Beruf wurde dem 25-Jährigen in die Wiege gelegt, denn seine Mutter war auch Schwimmmeisterin und nahm ihn bereits als kleines Kind mit ins Freibad. „Das ist also eigentlich mein Traumberuf“, sagt er. Und so zufrieden wie der Schwimmmeister in der typischen blauen Hose mit weißem Poloshirt und Badelatschen dabei aussieht, glaubt man ihm gerne. Er arbeitet dort, wo andere ihre Freizeit verbringen. „Klar, es ist schön, wenn man in seinem Beruf den ganzen Tag in der Sonne ist. Und den anderen nur zuzugucken, das ist für mich schon in Ordnung.“ Eigentlich nervt ihn gar nichts. Wenn viel los ist, dann sei es manchmal etwas anstrengend. Man müsse immer konzentriert sein, wenn man die Verantwortung für ein Schwimmbecken voller Leute trage.
Manchmal wird es sogar ernst. Vier Mal sei er schon ins Wasser gesprungen, um jemanden herauszuholen. An der Rutsche gibt es öfters Unfälle. Auch einen Toten hat Tetschke schon erlebt. Ein Familienvater hatte im Wasser einen Hirnschlag erlitten. „Uns traf keine Schuld, aber so etwas holt einen natürlich trotzdem auf den Boden der Tatsachen zurück“, berichtet Tetschke.
Der Schwimmmeister findet, dass die Arbeit in den letzten Jahren schwieriger geworden ist. Seit neun Jahren, wenn man drei Jahre Ausbildung einschließt, ist er schon bei den Kölnbädern. Ein Problem: Inzwischen gibt es immer mehr Kinder, die nicht schwimmen können. Für Tetschke ist das unbegreiflich.
Aber wann geht denn ein Schwimmmeister eigentlich mal selbst schwimmen? „Ich darf das Schwimmbad immer benutzen, auch außerhalb der Öffnungszeiten.“ Nachts war er jedoch noch nie da. „Ich war immer anständig, bin auch als Jugendlicher nie in ein Freibad eingebrochen“, sagt Tetschke stolz. Mal sehen, ob sich der Beruf noch einmal weitervererbt. Tetschke und seine Frau, die ebenfalls Schwimmmeisterin ist, haben vor drei Monaten einen Sohn bekommen. „Noch kann Colin natürlich nicht schwimmen, das wird sich aber so bald wie möglich ändern.“
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