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Familienunternehmen

Kaller Stahlbauer weltweit aktiv

Von Manfred Hilgers, 16.07.08, 22:57h

Der Blumenthaler Gregor Müller ist stolz auf sein „kleines“ Familienunternehmen in Kall, das inzwischen auf eine 160-jährige Geschichte zurückblicken kann und weltweit Fuß gefasst hat.Geführt wird das Stahlbauunternehmen heute vom Seniorchef und seinen beiden Söhnen Josef und Thomas.

Kall - Der Vater ist vor zwei Tagen 70 Jahre alt geworden - aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Täglich fährt er zur Arbeit. „Der Vater kommt morgens etwas später, dafür geht er abends auch etwas früher“, sagt Sohn Thomas grinsend.

Am operativen Geschäft nimmt der Senior nicht mehr teil, das überlässt er den Söhnen. Trotzdem marschiert er jeden Tag zu seinem Briefkasten, zieht die Schublade heraus und schaut nach. „Schon wieder nichts für mich drin“, sagt der Senior und schiebt die Schublade wieder zu. Die Jungs kämen eigentlich ganz gut ohne ihn klar, sagt er.

Das Stahlbauunternehmen „Müller und Sohn“ hat kürzlich in Dänemark eine Bühnenkonstruktion für eine Fischfabrik gebaut. Es erhielt Aufträge in Russland - bis weit hinter den Ural -, in Süd- und in Nordeuropa. Für die Hotelkette Wagram haben die Eifeler Stahlbauer in Paris gearbeitet, direkt gegenüber des Louvre. Die Müllers haben in London gebaut, am Köln-Bonner Flughafen und die so genannten „Kranhäuser“ in Köln, direkt am Rhein gelegen, gefertigt.

Derzeit arbeiten die Stahlbauer an einem echten Highlight. „Das ist ein Auftrag, den man nicht alle Tage bekommt“, schwärmt etwa Gregor Müller. Die Eifeler bauen für das Bostoner Museum of Fine Arts eine Außenfassade. Den Auftrag haben die Müllers über eine süddeutsche Firma und den bekannten Architekten Normen Foster aus London erhalten.

Die Außenfassade ist 300 Tonnen schwer. Ein Drittel ist bereits fertig und auf dem Seeweg in Richtung Boston unterwegs. Insgesamt werden 25 Seecontainer benötigt, um die Bauteile zu verschiffen. „Die Globalisierung ist in unserem Betrieb längst angekommen“, versichert Thomas Müller. Über die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen im Export.

Als vor 160 Jahren der Oberhausener Huf- und Wagenschmied Peter-Josef Müller seine Werkstatt eröffnete, hat er mit Sicherheit nicht ahnen können, in welchen geographischen Dimensionen sich seine Nachfahren einmal bewegen würden.

In fünfter Generation wird das Unternehmen inzwischen geführt, das im „Bäckergässchen“ 1848 in Blumenthal gegründet wurde. Obwohl die Werkstatt mehrfach erweitert wurde, wurde sie immer schnell zu klein. So erfolgte 1980 ein Standortwechsel nach Oberhausen, wo auch das 150-jährige Bestehen gefeiert wurde. Bereits ein Jahr später verlegte Gregor Müller seinen Betrieb nach Kall, in eine 3000 Quadratmeter große Produktionshalle. „Diesen Schritt hätte ich früher tun sollen“, sagt der Seniorchef heute, denn mit Kall sei der wirtschaftliche Aufschwung gekommen. Die Mitarbeiterzahl wuchs von 30 auf heute 45.

Zum Firmenjubiläum vor zehn Jahren lobte der Aachener Handwerkspräsident Dieter Philipp die Anpassungsfähigkeit und Flexibilität des Unternehmens: „Sie haben sich kontinuierlich technischen und wirtschaftlichen Veränderungen angepasst und einen Strukturwandel vollzogen.“

Jetzt, zum 70. Geburtstag, konnte Gregor Müller wieder zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen.



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