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Fanmarsch

Laufstarker Rückhalt für Prinz Poldi

Von LARS HERING, 27.07.08, 23:16h

Auf die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ nach Köln, der seit zwei Jahren beim FC Bayern München spielt, hatten sich auch noch tausende weitere Poldi-Freunde vorbereitet. So auch Lara, die mit Lukas Podolski an der Hand beim Anpfiff aufs Spielfeld laufen durfte.

Lara hatte es gut. Das kleine Mädchen war unter allen FC-Fans die einzige, die Prinz Poldi bei seiner Rückkehr nach Köln nahe kommen konnte. Denn Lara lief mit Lukas Podolski an der Hand beim Anpfiff aufs Spielfeld. Auf die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ nach Köln, der seit zwei Jahren beim FC Bayern München spielt, hatten sich auch noch tausende weitere Poldi-Freunde vorbereitet.

Keine Mühe scheuten etwa 40 Anhänger am Samstag beim „2. Fanmarsch für Lukas Podolski“, die zu Fuß vom Roncalli-Platz bis ins Stadion gingen. „Wir wollen zeigen, dass wir hinter ihm stehen, auch wenn er für Bayern spielt“, sagte Organisationsleiter Ralf Pelster, der den unter FC-Anhängern umstrittenen Zug anführte. Mit Megafon, kölscher Musik und in Trikots mit der Aufschrift „Poldi gehört zum FC“ ging es über Neumarkt und Rudolfplatz zum Stadion. „Ohne dich geht es nicht. . .“, dröhnte es aus Lautsprechern. Touristen aus Fernost sahen staunend hinterher.

Verkehrte FC-Welt: Trotz FC-Tattoo auf dem Arm oder der Wade freuten sich viele Fans auf ein Tor von Poldi gegen „ihren“ FC. „Natürlich wird gejubelt“, sagte etwa Dieter Schmitz. Fast alle stimmten ihm zu. Weiter ging es von Kiosk zu Kiosk, bis man kurz vor dem Spiel am Marathontor ankam. Viele ergatterten noch eines der 20 000 weißen T-Shirts eines Sponsors mit dem Aufdruck „Prinz Poldi - Du bes Kölle“.

Im Stadion hatten alle FC-Fans nur Augen für „ihn“. Während Poldi sich vor der Westtribüne mit seinen Mannschaftskollegen Philipp Lahm oder Marcel Jansen aufwärmte und kleine Tricks schelmisch grinsend vorführte, standen die Zuschauer dicht gedrängt vor den ersten Reihen. Jede Aktion von ihm wurde diskutiert und fotografiert, Pänz standen am Spielertunnel, um ein Autogramm zu ergattern. Vom Stadionsprecher wurde Podolski mit den Worten begrüßt: „Willkommen in deiner Heimat.“ Ein wenig schüchtern winkte er kurz in die Ränge, dann lief er schnell in den Spielertunnel. Nur ein Plakat hing beim Anpfiff vor der Südtribüne: „Komm nach Hause, Poldi“. Die FC-Fans jubelten aber bei vielen Ballberührungen und sagen immer wieder „Lukas Podolski“ - vor allem, wenn die Bayern-Fans dies auch taten.

Nach dem Spiel ging er applaudierend zuerst zum Bayern-Block und dann - etwas länger - zu den FC-Fans. Sein Trikot schenkte er seiner Mutter. „Das waren tolle Aktionen der Fans. In anderen Vereinen bist du schnell vergessen und wirst ausgepfiffen“, sagte „Prinz Poldi“ glücklich lächelnd - an seiner Entscheidung werde er aber trotzdem festhalten. Sport Seite 9



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