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Motorrad-Demo zu Hannahs Todestag

Von CARSTEN SCHULTZ, 30.07.08, 07:18h

Ein Jahr nach dem Mord an Hannah wird in der Region Krach gemacht. Bis zu 1000 Motorradfahrer werden am 30. August zu einer Demo in Bonn und Königswinter erwartet, um gemeinsam...

KÖNIGSWINTER / BONN. Ein Jahr nach dem Mord an Hannah wird in der Region Krach gemacht. Bis zu 1000 Motorradfahrer werden am 30. August zu einer Demo in Bonn und Königswinter erwartet, um gemeinsam mit Hannahs Familie gegen sexuelle Gewalt zu demonstrieren und ein Zeichen zu setzen.

„Mit einem möglichst lauten Geräusch“, nämlich dem Lärm möglichst vieler Motorräder, solle auf das Schicksal der Opfer sexueller Gewalt aufmerksam gemacht werden. „Es ist ja nicht nur unser Schicksal“, sagt Volker Wiedeck (48), der Vater der ermordeten 14-Jährigen, der die Biker-Demo veranstaltet und dessen „Hannah-Stiftung gegen sexuelle Gewalt“ weiterhin breite Unterstützung in der ganzen Region erfährt. So hat sich laut Wiedeck inzwischen die Publizisten und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer bereit erklärt, die Schirmherrschaft über die Stiftung zu übernehmen.

Am 29. August 2007 ist die damals 14-jährige Hannah unweit ihres Elternhauses in Oberdollendorf vergewaltigt und brutal ermordet worden. Erst fünf Tage später fand die Polizei ihre Leiche. Der Täter wurde zwei Wochen nach der Tat verhaftet und im Dezember 2007 zu lebenslanger Haft verurteilt. Das unglaublich brutale Verbrechen an einem jungen Mädchen erschütterte damals die Menschen in der ganze Region aufs Tiefste - und zerstörte ein intakte Familie.

Die Hannah-Stiftung und sein Einsatz für die Opfer sexueller Gewalt ist für den Heilpädagogen Volker Wiedeck ein Stück weit auch ein Hilfsmittel, um den furchtbaren Schicksalsschlag zu verarbeiten. Im Februar dieses Jahres hatte er die Gründung der Stiftung angekündigt - und ist seitdem „tief beeindruckt von der großen Solidarität und Unterstützung aus allen Teilen der Bevölkerung“.

Benefizkonzerte und

Spendensammlungen

Es gab große und kleine Spenden von großen und kleinen Menschen, Benefizkonzerte und verschiedene andere Aktionen. Schon im April waren die für eine Stiftungsgründung nötigen 50 000 Euro zusammen (die Rundschau berichtete). Kommenden Freitag startet in Bonn eine Blutspende-Aktion, die ebenso die Hannah-Stiftung unterstützen soll wie die Biker-Demo und ein Benefizkonzert (siehe rechts).

Inzwischen geht Wiedecks Stiftung, die nur ihre Zinserträge einsetzen darf und von der Deutschen Stiftungsagentur in Neuss verwaltet wird, erste Projekt an. Etwa die Finanzierung einer Internetseite, auf der allen Beratungs- und Hilfsangebote bei sexueller Gewalt in der Region dargestellt werden sollen. Mit der Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt hat es laut Wiedeck zudem ein erstes Gespräch über ein Projekt gegeben, das sich gegen die zunehmende Verrohung der Sexualität Jugendlicher durch Pornografie im Internet richten soll.

Volker Wiedeck, selbst Biker, wird bei der Demo Ende August natürlich dabei sein. „Es ist schon ein besonderer Tag“, sagt er mit Blick auf den 29. August. „Der Jahreskreis schließt sich.“ Aber er und seine Familie seien in Gedanken jeden Tag bei Hannah und hätten jeden Tag Bilder ihrer Tochter vor Augen. Wiedeck: „Der Blick bleibt nach vorne gerichtet - mit der Katastrophe im Rücken.“



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