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Moskau

Zur Sonnenfinsternis nach Nowosibirsk

Von Wolfgang Jung, 30.07.08, 19:31h

Die russische Stadt Nowosibirsk, rund 5000 Kilometer östlich von Berlin hinter dem Ural gelegen, wird am Freitag zur „Sofi“-Pilgerstätte. Der Grund: 20 Sekunden lange gibt es hier eine totale Sonnenfinsternis zu sehen.

Sonnenfinsternis
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Die Kombo zeigt den Mond, der sich über die Sonnenscheibe schiebt und sie nahezu verdunkelt. (Bild: dpa)
Sonnenfinsternis
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Die Kombo zeigt den Mond, der sich über die Sonnenscheibe schiebt und sie nahezu verdunkelt. (Bild: dpa)
MOSKAU - Ausgebuchte Hotels, Sonderflüge, eigens angelegte Campingplätze und tausende freiwillige Helfer - alles für ein 140 Sekunden langes Naturspektakel. Mehr als 15 000 ausländische Besucher, darunter hunderte Deutsche, reisen in die sibirische Metropole am Ob, um eine zwei Minuten und 20 Sekunden lange totale Sonnenfinsternis zu sehen. Nowosibirsk ist weltweit die größte Stadt, in der das Phänomen - bei klarem Himmel - zu beobachten sein wird.

„Diese einzigartige Darbietung macht unsere Stadt am Freitag weltberühmt“, frohlockt Oberbürgermeister Wladimir Gorodezki. Dabei sorge die sibirische 1,5-Millionen-Metropole auch für Hobby-Astronomen, die ohne eigenes Teleskop anreisen: Etwa 20 kostenlose Beobachtungsplätze, zum Teil malerisch am Ob-Ufer gelegen, mit insgesamt 200 Fernrohren habe die Kommune für Besucher eingerichtet, sagte Gorodezki der Agentur RIA Nowosti. An vielen Stellen würden Helfer spezielle Brillen anbieten, und für Notfälle stünden Sanitäter bereit.

Der wichtige Verkehrs- und Handelsknotenpunkt Nowosibirsk will mit der Sonnenfinsternis sein Image fördern, betont Dmitri Mikitschenko, Chef des regionalen Tourismuskomitees. Derzeit sei Russlands drittgrößte Stadt international wohl nur als Station der berühmten Transsibirischen Eisenbahn bekannt. Daher soll pünktlich nach dem Ereignis gegen 17.45 Uhr Ortszeit im Zentrum ein buntes Treiben beginnen. Zudem bieten örtliche Clubs wie „New York Times“ an der Lenin-Straße, in dem schon die deutsche Band Scorpions rockte, spezielle Abendshows an. Und einige der 87 Hotels veranstalten „Sonnenfinsternis-Galas“ mit festlichen Büfetts und Tanzmusik.

Auch viele Deutsche erleben das Phänomen an Ort und Stelle. Allein 150 Jugendliche nehmen an einer zwölf Tage dauernden Tour teil, die von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch mitveranstaltet wird. Von Moskau aus ging es für sie am vergangenen Wochenende im Zug Nummer 026 „Sibirjak“ auf die 3000 Kilometer lange Fahrt. In Nowosibirsk erleben die Jugendlichen aus zwölf Schulen und Verbänden mit 30 Gleichaltrigen aus Russland Ausflüge in die Region sowie Workshops und verfolgen das Naturschauspiel.

„Der Sonne wegen nach Sibirien, das gab es noch nicht“, wundert sich Dolmetscher Boris Berestow aus Nowosibirsk. Prognosen zufolge soll auch das Wetter mitspielen. (dpa)

Die Nasa überträgt die Sonnenfinsternis live im Internet unter:

 www.nasa.gov/eclipse



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