Von Peter Jessen, 31.07.08, 18:36h
In beiden Tälern drehten sich bis in die 1950er Jahre hinein die Mühlräder; heute sind die ehemaligen Mühlen immer noch einsam in den ansonsten stillen Bachauen gelegen. Nicht zuletzt wegen der besonderen Wanderqualität ist der Rundwanderweg „Auf den Spuren alter Mühlen“ mit einem eigenen Wanderzeichen ausgewiesen, einem Mühlrad auf weißem Grund, das uns über weite Strecken als Orientierung dient. Während von der Dreisbachmühle so gut wie nichts mehr erhalten ist, sind die Hümmeler Mühle und die Wennefelder Mühle im Tal des Armuthsbachs noch bewohnt, wenn auch nicht mehr als Mühlen genutzt.
Die Bachauen mit den nicht begradigten Wasserläufen sind jetzt im Hochsommer ein Paradies für Schmetterlinge und andere Insekten; stellenweise füllt das dichte, weißgelbe Blütenmeer des Mädesüß das Tal völlig aus und verbreitet seinen stark süßlichen Duft. Der deutsche Name geht auf die althochdeutsche Form „Met“ zurück, weil unsere Vorfahren das Kraut zur Herstellung des gleichnamigen bierähnlichen Gebräus verwendet haben.
Aber auch andere typische Wildpflanzen feuchter Wiesen begleiten uns auf unserer Wanderung durch die lang gestreckten Bachtäler. Auf den Höhen hingegen dominieren Viehweiden, Wiesen und Getreidefelder, am Horizont begrenzt durch die markanten Vulkankuppen der Hocheifel, den Aremberg und in der Ferne die Hohe Acht (747 m).
Wershofen, mit etwa 1000 Einwohnern ein großes Eifeldorf, empfängt uns beim Ortseingang mit einer bizarr gespaltenen uralten Dorflinde, unter der sich eine Kapelle förmlich versteckt. Die in den 1960er Jahren neu errichtete Pfarrkirche beherbergt kunsthistorische Schätze: einen kreuztragenden Christus, eine Muttergottes und einen heiligen Vinzenz aus dem 15. Jahrhundert, wahrscheinlich aus einer Kölner Schule.
Ansonsten hat der Ort regionale Bekanntheit durch sein Flugplatzgelände westlich der Sportanlagen erreicht. Vor allem am Wochenende herrscht hier reger Betrieb mit Segel- und Motorflugzeugen; auch Rundflüge über die Eifel können im Sommer von hier aus angetreten werden (Buchungen unter Tel. 026 94-277.
Die Flugtage, mit Kunstflugvorführungen, Fallschirmsprüngen und Gastlandungen größerer Fluggeräte, ziehen regelmäßig große Besucherscharen in die ansonsten eher stille Eifellandschaft abseits der großen Verkehrsstraßen.
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