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Gabriele Rünger leitet Geschichtsverein

Von FRANZ-JOSEF VOGT, 21.08.08, 07:06h

Genau 50 Jahre ist der Kreisgeschichtsverein jetzt alt. Und dies sollte mit einem Festakt gewürdigt werden. Zum letzten Mal begrüßte der Vorsitzende Dr. Reinhold Weitz die Gäste...

KREIS EUSKIRCHEN. Genau 50 Jahre ist der Kreisgeschichtsverein jetzt alt. Und dies sollte mit einem Festakt gewürdigt werden. Zum letzten Mal begrüßte der Vorsitzende Dr. Reinhold Weitz die Gäste und die Mitglieder.

„Der Blick zurück auf die letzten drei Jahre zeigt die Arbeit des Geschichtsvereins in der Kontinuität eines bewährten Programms und in der Pflicht selbst gesetzter Ziele“, betonte Weitz, der scheidende Chef des mit rund 800 Mitgliedern regional größten Geschichtsvereins.

Mit Hostel, Sinzenich, Stotzheim, der Feytal-Wasserroute und den Kirchen des Dürener Landes sei die Reihe heimatlicher Ortserkundungen fortgesetzt worden.

Die Liebe

zur Heimat

Darüber hinaus habe man sich intensiv um die Zeit- und Kriegsgeschichte der Region gekümmert. In Zusammenarbeit mit den Historikern von Terres Ardennaises aus Charleville-Mézieres habe man den zweisprachigen Bildband „Die Deutschen in den Ardennen 1914 / 1918 - die Franzosen in der Eifel 1919 / 1930“ erstellt. Mit der Verleihung des „Horst-Konejung-Preises 2007“ an Verein und Vorsitzenden sei „die fachliche Leistung, das grenzüberschreitende Arbeiten und das anspruchsvolle Niveau der Aktivitäten“ gewürdigt worden, freute sich Weitz.

Die Liebe zur Heimat durch Geschichtsbewusstsein zu fördern, sei auch das Anliegen des Vereins unter dem Vorsitz seines Vorgängers Karl Otermann gewesen.

Er selbst, so Dr.Weitz, habe diese Tradition fortgeführt, aber den Ansatz nach und nach methodisch und damit auch inhaltlich modernisiert.

Heutzutage wehe einem der Zeitgeist der Lokal- und Regionalgeschichte ins Gesicht, merkte Weitz an. Landesgeschichte scheine sich auf die provinzialrömische Epoche und nationalsozialistische Zeit zu verengen.

Andere Themen hätten es schwer und könnten nur als Event eine größere Aufmerksamkeit erzielen.

Dass „ernsthafte, gut recherchierte orts- und landesgeschichtliche Arbeit allzuoft als unzeitgemäß belächelt wird“, bedauert Weitz. Seinen Nachfolgern wünscht er, dass sie die historischen Interessen einer Region mit Nachdruck wahrzunehmen.

Weitz letzte Amtshandlung waren Ehrungen: Mit Günter Büttgen und Walter Hanf zeichnete er zwei engagierte Vorstandskollegen aus, die wie er einer jüngeren Generation Platz machen wollten. Außerdem dankte der dem wieder gesundeten ehemaligen Schatzmeister Karl Sina für dessen „unerkennbar im Hintergrund“ geleistete Arbeit. Dann war es an Hans Ludwig Hausen, dem scheidenden Vorsitzenden zu danken, während ihm Hans Gerd Dick namens der Vereinsmitglieder und Vorstandskollegen ein Präsent überreichte.

Den Festakt leiteten Michael Luke und die Bigband der Marienschule - an der Weitz lange Jahre unterrichtet hatte - ein. In seinem Grußwort ging Landrat Günter Rosenke auf Einzelheiten in der 50-jährigen Geschichte des „von 40 historisch Interessierten“ gegründeten Vereins ein. Als erster Vorsitzender habe Oberstudiendirektor Josef Franke das Ziel verfolgt, „die geschichtliche Entwicklung des Kreises wissenschaftlich zu erforschen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und den Heimatgedanken auf breiter Grundlage zu pflegen“. Nach dem Tod Frankes 1965 habe der bisherige Geschäftsführer Karl Otermann den Vorsitz übernommen und andere Akzente gesetzt.

Nach seinem plötzlichen Tod sei die Vereinsleitung zehn Monate lang vakant geblieben, bis Dr. Weitz im Oktober 1983 zum neuen Vorsitzenden gewählt worden und die Publikationstätigkeit des Vereins in Zusammenarbeit mit Dr. Norbert Toporowsky wieder intensiviert worden sei, so Rosenke.

Kontinuität und Fachwissen seien zu Markenzeichen des Vereins geworden. Ohne seine Mitwirkung seien viele historische und kulturelle Ereignisse nicht möglich gewesen. Nachdem Weitz den Wunsch geäußert habe, nach 25 Jahren die Vereinsführung abzugeben, praktizierten seine Nachfolger das Modell des Job-Sharings.

Beide „Kinder des Geschichtsvereins“ garantierten, dass der Kurs des Schiffes beibehalten werde.

Da Weitz persönliche Ehrungen für seine Tätigkeit ablehne und Auszeichnungen nur im Namen des Vereins annehme, bleibe ihm nur, dem scheidenden Vorsitzenden „für ein Vierteljahrhundert ehrenamtlicher Tätigkeit, deren Spuren nachhaltige Wirkung hinterlassen“ hätten, persönlich zu danken.



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