Erstellt 24.08.08, 20:52h, aktualisiert 24.08.08, 21:00h
Jeanette, mit „Verliebt in Berlin“ hatte Sat.1 riesigen Erfolg. Jetzt spielst du in „Anna und die Liebe“ die Hauptrolle. . .
Ach, ich mache mich da ganz locker. Was wir hier gemacht haben, finde ich ganz toll und ich bin sehr glücklich damit. Ich hoffe, dass es den Menschen genauso gefällt wie mir. Und das ist es eigentlich auch, worum es für mich geht.
Aber ein wenig aufgeregt sind Sie schon - immerhin ist das Projekt auf mindestens ein Jahr und 252 Folgen angelegt.
Klar. Aber dass ich jetzt ein bisschen Magenkribbeln habe, liegt einfach am Respekt vor dem Publikum. Ansonsten: Wenn ich mir die Folgen anschaue, versuche ich abzuschalten und das Ganze als normaler Konsument zu betrachten. Und wenn es mir gefällt und es mich rührt, obwohl ich die Geschichten alle schon kenne und 15 000 Mal durchgekaut habe, ist das doch ein gutes Zeichen.
Was finden Sie denn spannend an einer Telenovela, nachdem Sie bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ lange Zeit bereits in einer Daily Soap gespielt haben?
Ich hatte einfach Bock drauf. Sat.1 kam auf mich zu und meinte: Wir möchten gerne eine Telenovela mit dir machen. Ich habe gesagt: Okay, aber nur wenn sie gut ist. Und „Anna und die Liebe“ ist wirklich gut. Die Telenovela ist ein Genre, das mich grundsätzlich immer interessiert hat. Eine Telenovela ist für mich ein einjähriger Film. Wenn du Filme drehst, ist es oft so, dass du eine tolle Geschichte hast und dir denkst: Mann, ich hätte so gerne noch dieses oder jenes gespielt, es hätte noch diese und jene Szene geben müssen. Aber das geht nicht, weil ein Film nur 90 Minuten dauert. Bei einer Telenovela ist genau das möglich: Du kannst dir für eine richtig tolle Entwicklung genau die Zeit nehmen, die du brauchst. Weil du die Zeit hast.
Gucken Sie selbst Serien?
Ja, absolut. Nur kann ich sie selten im Fernsehprogramm schauen, weil ich nicht kontinuierlich genug zu Hause bin. Deshalb kaufe ich sie mir meistens auf DVD als große Box und mache sonntags dann hin und wieder einen Power-Serien-Marathon. Ich sitze dann auf meiner Couch, gucke Serien, esse, schlafe, gucke Serien, esse, schlafe. Irgendwann ist es dunkel und dann geh ich pennen. Das ist mein Traumsonntag bei schlechtem Wetter.
Schüchternheit ist das große Problem der Titelheldin. Sie selbst sind eher als Rampensau bekannt.
Ich habe Gott sei Dank alles mitgenommen, was man so mitnehmen kann. Schüchternheit ist ein Thema, das an mir vorbeigegangen ist. Ich war in der Pubertät mal kurz schüchtern. Aber das gehört dazu, glaube ich. Ansonsten bin ich gar nicht schüchtern und auch echt froh darüber, denn das würde mich in meinem Job wirklich behindern.
Sie sind Vorbild für viele Mädchen. Versuchen Sie, dem gerecht zu werden?
Nein, ich versuche in erster Linie, ich selber zu sein. Ich glaube, es nützt nichts, auf Krampf ein Vorbild sein zu wollen. Das geht nach hinten los. Ich bin, wie ich bin. Ich habe nichts zu verbergen und mache keine schlimmen Sachen, die ich verbergen müsste.
Aber Sie unterstützten die Kampagne „Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn“. Was sagen Sie den jungen Mädchen, die einem bestimmten Schönheitsideal hinterher eifern?
Ich glaube, das Ideal, schön und schlank sein zu wollen, ist nicht falsch. Nur der Weg dahin muss gesund sein und muss mit Sport, mit gesunder Ernährung zu tun haben. Oft heißt es, es sei ein falsches Ideal, schlank und schön zu sein. Quatsch - ist es nicht! Ein falsches Schönheitsideal ist es, mager und krank zu sein. Ich bin oft gefragt worden: „Meinst du, dass ich dünner werde, wenn ich Sport mache und ich mich gesund ernähre?“ Viele Mädchen wissen gar nicht, dass es dick macht, wenn sie fünf Schokoriegel auf einmal essen.
Anna und die Liebe, erste Folge heute um 19 Uhr, Sat.1.
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22. April 2012,
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