Von Stefan Deimer, 27.08.08, 20:32h
Unverständnis ist Daniel Bär schon häufig entgegen gebracht worden: „Du arbeitest die ganze Zeit, kriegst aber kein Geld dafür“, schütteln Freunde den Kopf, wenn der dicht gedrängte Terminkalender dem 19-Jährigen wieder einmal keine Freizeit lässt. „Das ist eben mein Hobby“, sagt er dann. „Andere in meinem Alter machen das ganze Wochenende Party. Auch eine tolle Sache, aber mir liegt eben mehr an meiner ehrenamtlichen Tätigkeit.“
Für seinen vielseitigen und aufwändigen Einsatz, Freizeitangebote für Jugendliche auf die Beine zu stellen, wird Bär in diesem Jahr belohnt. Er ist einer der Preisträger von „Köln engagiert 2008“. Sein Weg zu dieser Auszeichnung startete vor sechs Jahren: „Ich war damals selbst als Jugendlicher im Don-Bosco-Club. Und irgendwann hatte ich einfach Lust, den Kindern ein paar Dinge am PC zu zeigen.“ Mit viel Leidenschaft vertiefte sich der computerbegeisterte Fachabiturient (Schwerpunkt Informationstechnik) fortan in diese Arbeit, zeigte, wie E-Mail-Adressen eingerichtet werden, Musik auf dem Rechner gehört wird und PC-Spiele installiert werden.
Die Leidenschaft für ehrenamtliche Tätigkeit hat er beibehalten - aus Überzeugung, etwas wirklich Sinnvolles zu tun: „In der Schule ging es immer nur um Dinge wie Formeln auswendig zu lernen. Dafür habe ich - ehrlich gesagt - nur das Nötigste gemacht. Für mich war das Ehrenamt immer wichtiger - und auch lehrreicher.“
Fahrten planen, Workshops organisieren und Online-Portale erstellen: Das Ehrenamt ist inzwischen ein Full-Time-Job für den gebürtigen Kölner, der ab September seinen Zivildienst antreten wird: „25 Stunden pro Woche kümmere ich mich mindestens darum, teilweise bis tief in die Nacht.“ Sein jüngst beendetes Projekt, das Jugendmedienevent, hat er zusammen mit einem zehnköpfigen Team ein Jahr im Voraus geplant: „Mit 500 Jugendlichen waren wir vier Tage unterwegs, unter anderem in Mainz beim ZDF. Ich war für die Logistik zuständig, schon ein großer Aufwand. Man muss erst einmal für so viele Leute Übernachtungsmöglichkeiten, Busse und Essen organisieren.“ Ausgezahlt hat sich der Stress für ihn auf jeden Fall: „Am Ende der Fahrt haben uns 500 Teilnehmer applaudiert. Das ist der größte Lohn, den man bekommen kann.“
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