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Trauer

Dröhnend stiller Konvoi für Hannah

Von Arno Blaskowski, 31.08.08, 18:03h, aktualisiert 31.08.08, 18:04h

Ein Signal wollten sie senden, und es ist ein beeindruckendes geworden: Mit einem Konvoi aus 2400 Motorrädern gedachten die Menschen am Samstag der vor einem Jahr ermordeten Hannah und setzten zugleich ein Zeichen für die Hannah-Stiftung.

Die „Biker der Bundespolizei“ hatten gemeinsam mit dem Verein „Biker Against Childporn & Abuse“ und der „Aktion Blauer Punkt“, der Motorradfahrerarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland, die Aktion und den Gedenkgottesdienst auf dem Schulhof der Jugenddorf Christophorusschule (CJD) organisiert. Von der Bonner Beethovenhalle, durch das Siebengebirge bis zu Hannahs Schule bewegte sich dieser Konvoi in unübersehbarer Länge. 2400 Motorräder demonstrierten Solidarität mit der Familie des Opfers. Aus der ganzen Region waren sie da: vom Niederrhein, aus dem Ruhrgebiet, aus der Eifel - mit so vielen hat selbst Organisator Ingulf Kersten von den Bikern der Bundespolizei nicht gerechnet.

„In den Vorberichten sind wir von 500 bis 1000 ausgegangen, damit galt ich sogar noch als Fantast“, so Kersten. Allein auf der Autobahn erstreckte sich der Korso über sechs Kilometer. Kersten: „Ich bin begeistert über die Reaktion und begeistert über die Solidarität.“ Thomas Altmann, Vorstandsmitglied der „Biker Against Childporn & Abuse“ bestätigt diese Anteilnahme: „Ich habe noch nie so oft Daumen hoch gesehen.“ Die Atmosphäre im Konvoi war geprägt vom Anlass. Viele Motorradfahrergruppen genießen Fahrten in großen Korsos, diesmal sei es allerdings, so Altmann, ein „stiller Konvoi“ gewesen.

Den Gottesdienst gestalteten Ingolf Schulz und Agnes Benack, beide tätig in der Motorradfahrerarbeit der Evangelischen Kirche, Albrecht Roebke, Notfallseelsorger und Betreuer der Familie Hannahs, sowie Pia Haase-Leh, Schulseelsorgerin am CJD. „Wo bist Du, Gott? Ich verstehe Dich nicht und ich bin wütend. Heute ist der Tag des Gedenkens an Hannah und ich kann Dir kein Loblied singen“, drückte Pfarrer Roebke die Gefühle der Anwesenden in seiner Predigt aus. Mit einem Gebet aus dem Konzentrationslager Buchenwald machte er es deutlicher: „Du bist mein Gott, drum muss ich zweifeln, schmähen und Dich kränken, drum an Dich glauben - und verstummen.“ Am Ende bleibe nur die Bitte um Kraft und Liebe, um den Opfern beizustehen. „Wir müssen aufstehen gegen Willkür und Missbrauch, was jeden Tag so vielen Frauen widerfährt.“ Mit einer Schweigeminute wurde der Gottesdienst eingeleitet, zum Abschluss forderte Roebke die Anwesenden auf, „laut zu werden im Namen Hannahs.“

Nach der Andacht sollte der Abend wieder, so Roebke, „den Weg nach vorne“ zeigen. Mit „Heart & Soul“ stellte sich eine beeindruckend eng am Vorbild orientierte „Blues-Brothers Tribute Band“ für ein Benefizkonzert zur Verfügung. In der Aula des CJD spielte sie gemeinsam mit den „Kurfürsten“ zu Gunsten der Hannah-Stiftung.

Der Erlös des gesamten Tages - vom Konzert bis hin zu den ehrenamtlich betreuten Imbissständen - kam der Arbeit der Stiftung zu Gute. Volker Wiedeck, Hannahs Vater, sagte am Schluss des Gottesdienstes: „Schön, dass Ihr alle da seid. 2400 Motorräder - Ihr zeigt alle ein Zeichen der Solidarität. Ich danke Euch dafür.“.



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