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Spielzeugboom

Eltern haben Spendierhosen an

Von Uli Jansen, 04.09.08, 12:29h

Die Bundesbürger sind spendabler geworden - zumindest, was ihren Nachwuchs betrifft. Rund 140 Euro gaben sie im Durchschnitt 2007 für Spielzeug aus. Dabei beflügeln auch die steigenden Geburtenraten die Branche.

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Der Umsatz mit Spielsachen floriert (Bild: dpa)
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Der Umsatz mit Spielsachen floriert (Bild: dpa)
KÖLN. Rund 140 Euro gaben die Deutschen im Durchschnitt 2007 für Spielzeug aus - das sind 38 Prozent mehr als noch vor vier Jahren. „Die Deutschen nähern sich damit den Franzosen, Briten und Amerikanern an, die bereits jetzt deutlich mehr für ihre Kinder aufwenden“, sagte Willy Fischel, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Spielwaren-Einzelhandels (BVS), im Vorfeld der Messe Kind und Jugend, die vom 11. bis 14. September in Köln stattfindet. Der Umsatz von Spielwaren für Kleinkinder stieg 2007 um zwölf Prozent auf 278 Millionen Euro.

Dabei achteten die Eltern nach den Diskussionen über die mangelnde Sicherheit der zum Teil aus China importierten Waren mehr auf die Qualität von Carrera-Bahn, Bauklötzchen & Co. Doch auch die exportierenden Länder hätten Konsequenzen gezogen. So habe China rund 700 Ausfuhrgenehmigungen widerrufen, sagte Fischel weiter. Er riet zu Markenspielzeug. „Und das nicht, weil wir die Markenhersteller so sehr lieben.“ Vielmehr hätten sie auch innerhalb ihrer Firma eine durchgängige Qualitätsüberwachung.

Tief in die Tasche greifen vor allem die Eltern von Neugeborenen. Die Erstausstattung lassen sie sich etwa 1400 Euro kosten. „Jedes Baby löst auch Umsatz aus“, sagte Heijo Gassenmeier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE). Generell erlebe der Einzelhandel in Sachen Baby- und Kinderausstattung eine Sonderkonjunktur. Während der Handel insgesamt unter der allgemeinen Kaufzurückhaltung leide, habe der Geburtenzuwachs in Deutschland in diesem Bereich für klingelnde Kassen gesorgt.

Der Umsatz der Textilbranche stieg in diesem Segment 2007 um vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Für dieses Jahr geht die Branche davon aus, dass Eltern für Sechs- bis 13-Jährige im Schnitt 319 Euro ausgeben werden. Das Plus von zehn Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr rühre nicht zuletzt daher, dass Kinder immer früher selbst bestimmten, was sie anziehen, sagte Gassenmeier. Insgesamt erwarten ungefähr 30 Prozent der Unternehmen ein Umsatzplus.

Sorgen bereitet der Branche allerdings, dass auch immer mehr Möbelhäuser Kindertextilien anbieten. Zudem spürt der Fachhandel deutlich, dass die Discounter zunehmend Sonderposten offerieren. Aldi etwa biete Kinderjeans in der Regel gleich in sechsstelligen Stückzahlen an, sagte Gassenmeier.



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