Von JANINA SCHÄBITZ, 14.09.08, 23:40h
Besonders in der Gestaltung von Taschen scheinen die Designer ihre nachhaltige Kreativität gut ausleben zu können. Von Lastwagenplanen und alten Feuerwehrschläuchen über Kronkorken bis hin zu Schallplatten und Fußbällen reicht die Spanne der Materialien, die die Gestalter für die Trage-, Hand- und Umhängetaschen wiederverwerteten. Eines wurde dem Besucher dabei sehr deutlich demonstriert: Die Zeiten, in denen Jute und Filz ökologisches Design bestimmten, sind vorbei. „Früher gab es den Hippie- und Müsli-Look, jetzt muss etwas anderes her, um der Zielgruppe zu gefallen. Die Produkte müssen cool' sein, sonst bleibt das Ökodesign in seiner Nische stecken,“ appelliert Ursula Tischner von der Kölner Designagentur Econcept.
Neben dem ansprechenden Äußeren sind es vor allem die fairen Produktions- und Handelsbedingungen, die die Lampen, T-Shirts und Möbelstücke aus der Masse hervorstechen lassen. Allerdings schlägt sich das auch auf den Preis nieder. „Die Produkte sind ja nicht teurer, weil sich die Designer bereichern wollen. Es ist unser Anliegen, den ökologischen Lebensstil zu demokratisieren, so dass alle teilhaben können. Und je mehr die Nachfrage steigt, desto günstiger werden die Preise,“ erklärt Initiatorin Karabaic.
„Wir müssen nachhaltiger mit unseren Ressourcen umgehen. Denn wenn jeder so leben wollte wie wir Industrieländer, bräuchten wir vier Erden,“, verdeutlicht Ursula Tischner, warum Konsumenten nach ihrer Ansicht umdenken sollten. Auch 2009 wird die Ökorausch in Köln wieder ihre Pforten öffnen. Hoffentlich wieder ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Charme und Witz.
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