Von Martin Sauerborn, 14.09.08, 22:10h
„Ich hatte schon viele Trainer, aber Doug Mason ist einfach überragend. Er hat uns auch für heute top eingestellt. Wir machen im Moment halt nur das Gegenteil von dem, was er uns sagt und keiner weiß warum. Bitte, habt noch etwas Geduld mit Doug“, flehte Nationalspieler Renz. Auch Kapitän McLlwain suchte die Gründe für die fünfte Niederlage in Folge auf dem Eis: „Wir Spieler machen die Fehler, nicht der Trainer.“ Selbstkritische Worte, die nicht den Eindruck wegwischten, dass einige im Team nicht mehr mit unbedingtem Willen für den Trainer spielten. Deshalb meldete sich Stürmer Marcel Müller zu Wort: „Diese Vermutung kann ich komplett verneinen.“
Als die Spieler dann in der Kabine ihre Wunden leckten, schritt Eichin zur Tat: „Doug Mason bleibt unser Trainer“, erklärte der Geschäftsführer - und lieferte die Begründung gleich mit: „Es kann nicht alles innerhalb von zehn Tagen schlecht sein, was hier zwei Jahre lang gut war. Und unsere Chance, aus dieser Misere rauszukommen, ist mit Doug weitaus größer als ohne ihn.“ Eichin will nun verstärkt beobachten, wer in den kommenden Tagen und Wochen in der Lage ist, mit dem entstandenen Druck umzugehen: „Geschäftsführer, Sportdirektor, Trainer und Mannschaft haben den Karren in den Dreck gefahren und sie sollen ihn gemeinsam wieder rausholen“, baut er auf Teamarbeit.
Mannschaftliche Geschlossenheit, die die Haie in der Partie gegen Kassel gänzlich vermissen ließen: „Sie waren angespannt und wollten es zu gut machen. Einige hatten auch richtig Angst“, begründete Mason das völlig daneben geratene erste Drittel. Die einfach und kompakt spielenden Huskies scherten sich einen Dreck um die Kölner Verunsicherung und nutzten sie durch Treffer von Ryan Gaucher (5.), Dustin Wood (12.) sowie Sean Tallaire (15.) lieber gnadenlos aus. Auffällig, dass die ersten beiden Gegentore nach kapitalen Fehlern von Stéphane Julien und Mirko Lüdemann fielen - zwei der ganz erfahrenen Führungsspieler.
Das 0:3 war schon die Entscheidung und Wasser auf die Mühlen der angeschlagenen KEC-Psyche. Die Haie bemühten sich zwar, fanden aber nie irgendeine Ordnung in ihrem Spiel: „Kämpfen kann man von jedem verlangen. Jetzt geht es darum, Verantwortung zu übernehmen und sich dem Druck zu stellen. Die Alibis Ivan-Ciernik-Abgang und Robert-Müller-Krankheit will ich jetzt von keinem mehr hören“, fand Thomas Eichin klare Worte. Bleibt die Frage, ob sie jemand so gehört und verstanden hat, dass es kommenden Freitag im Heimspiel gegen Hamburg die ersten Punkte für den Vizemeister gibt.
Köln: Doyle; Lüdemann, Julien; Trygg, Moritz Müller; Renz, Pratt; Ankert; Marcel Müller, Ullmann, Melischko; Warriner, McLlwain, Johnson; Adams, Piros, Rudslätt; Dmitriev, Flaake. - SR.: Kadow (Eppelheim). - Zuschauer: 8183. - Tore: 0:1 Gaucher (4:22), 0:2 Wood (11:47), 0:3 Tallaire (14:50 / 5:4), 0:4 Tallaire (47:56 / 5:3), 1:5 Lüdemann (51:42 / Piros, Adams 5:4). - Strafen: Köln 8 plus 10 Disziplinar Mo. Müller; Kassel 12.
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