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Rondorf

„Sie wollten die Polizisten töten“

Von Daniel Taab, 25.09.08, 21:29h

In Rondorf lockten drei Jugendliche zwei Polizeibeamte in einen Hinterhalt. Die Polizei nahm drei mutmaßliche Täter zwischen 15 und 17 Jahren fest. Ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat, wird noch geprüft.

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In Rondorf wurden Kölner Polizisten in einen Hinterhalt gelockt. (Bild: dpa)
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In Rondorf wurden Kölner Polizisten in einen Hinterhalt gelockt. (Bild: dpa)
Die Jugendlichen schliefen schon, als die Ermittler an der Tür klingelten. Nur 24 Stunden nach der Attacke auf zwei Kölner Polizisten nahmen die Beamten drei Tatverdächtige fest. Die 15, 16 und 17 Jahre alten Jugendlichen mit Migrationshintergrund wohnen unweit des Tatortes an der Kurischen Straße und wurden vom Besuch der Polizisten überrascht. Sie wohnen noch teilweise bei ihren Eltern.

Die Beschuldigten verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam, am Morgen begannen die Verhöre. Wie die Rundschau erfuhr, war es der Plan der Angreifer nach eigenen Angaben, dass die Polizisten sterben sollten. „Sie wollten die Beamten an Ort und Stelle töten“, sagt ein Ermittler und ergänzt, dass den Polizisten die Dienstwaffen geraubt werden sollten. Ob der Mord mit der Waffe der Beamten passieren sollte, ist noch unklar. Auch eine Entführung der Polizisten stand zur Debatte. Die Jugendlichen hatten die Streifenpolizisten laut Polizei zunächst mit vier Schreckschusspistolen und einer nachgebauten Pumpgun bedroht und beschossen. Später stellte sich heraus, dass es sich um Schreckschusswaffen handelte. Die Kölner Staatsanwaltschaft beantragte gestern Haftbefehle wegen versuchten Mordes. Am Abend gingen die Jugendlichen in Haft.

Wie die Rundschau weiter erfuhr, prüfen die Ermittlungsbehörden, ob die Tat möglicherweise einen islamistischen Hintergrund hat. Im Verhör sagten die Jugendlichen sinngemäß, dass sie den Heiligen Krieg nach Köln holen wollten und sprachen mehrfach vom „Dschihad“. Auf allen Ebenen prüfen die Ermittler, ob die Jugendlichen tatsächlich Kontakte zum Islamismus haben. „Möglicherweise wollen sich die Beschuldigten nur wichtig machen“, hieß es aus Polizeikreisen. Bei Durchsuchungen in Wohnungen in Köln suchten die Beamten Beweismaterialien. Unter anderem waren die Ermittler in einer Wohnung auf der Rondorfer Hauptstraße. Dort wohnt ein Verdächtiger. Über die 15 bis 17 Jahre alten Jugendlichen wurde nicht viel bekannt. Wie zu hören war, gehen die Verdächtigen nicht zur Schule und keiner geregelten Tätigkeit nach.

Der Polizeieinsatz hatte für die beiden Beamten um kurz vor Mitternacht am Dienstagabend begonnen . Ein gewisser „Yusuf Ahmed“ meldete sich mit einem Handy bei der Polizei und berichtete von einer hilflosen, betrunkenen Person: „Er liegt auf einer Decke und will nicht nach Hause.“ Als sich die Polizisten näherten, sprangen zwei maskierte Männer aus dem Gebüsch und bedrohten die Beamten. Als die Streifenpolizisten zwei Warnschüsse abgaben, rannten die Jugendlichen weg und schossen in Richtung der Beamten. Die Streifenpolizisten suchten hinter ihrem Auto Schutz und blieben unverletzt. Eine Großfahndung hatte zunächst keinen Erfolg.



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